Diebstahl kostet Läden 4,33 Milliarden Euro
25.06.2026 Warendiebstahl bleibt für den deutschen Einzelhandel ein Milliardenproblem: KundInnen, Mitarbeitende, Lieferanten und Servicepersonal verursachten 2025 Schäden in Höhe von 4,33 Milliarden Euro. Besonders stark ins Gewicht fällt der Ladendiebstahl durch KundInnen.
Insgesamt stiegen die Inventurdifferenzen von 4,95 auf 5,11 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 3,2 Prozent, während der Handelsumsatz nur um zwei Prozent zulegte. Der Anteil der durch Diebstahl verursachten Verluste lag bei 4,33 Milliarden Euro. 910 Millionen Euro Verlust entfallen dabei auf unehrliche Mitarbeitende sowie 370 Millionen Euro auf Lieferanten und Servicefirmen. Weitere 780 Millionen Euro gehen laut Studie auf organisatorische Mängel wie Erfassungs-, Buchungs- und Bewertungsfehler zurück.
Besonders groß ist die Dunkelziffer. Aus dem durchschnittlichen Schaden angezeigter Diebstähle und dem per Inventur festgestellten Schaden errechnet das EHI, dass jährlich etwa 24,8 Millionen Ladendiebstähle im Wert von jeweils 123 Euro unentdeckt bleiben. Mehr als 98 Prozent der Fälle werden demnach nicht erkannt und folglich nicht angezeigt.
Die höchsten Belastungen zeigen sich im Lebensmitteleinzelhandel, wo die durchschnittlichen Inventurdifferenzen spürbar gestiegen sind. Auch Bekleidungshändler und Drogeriemärkte berichten von höheren Verlusten. In Baumärkten ist der Trend nahezu ausgeglichen, während andere Branchen im Mittel leichte Verbesserungen melden.
Die größte Herausforderung bleibt laut Studie organisierter und gewerbsmäßiger Diebstahl, meist in Form von Bandendiebstahl. Mit rund einer Milliarde Euro ist dieser Bereich für etwa ein Drittel der Ladendiebstähle verantwortlich. Zugleich nimmt auch der normale KundInnendiebstahl zu. HändlerInnen führen das unter anderem auf gestiegene Lebenshaltungskosten zurück.
"Viele Händler sind der Ansicht, dass die aktuelle politische Lage und die wirtschaftlichen Aussichten viele Verbraucher und Beschäftigte unter finanziellen Druck setzen und somit zu mehr Gelegenheitsdiebstählen führen", sagt Studienautor Frank Horst . Aus Sicht des Handels begünstigten zudem unzureichende Rechtsprechung und Strafverfolgung die Zunahme dieser Straftaten.
Der Handel reagiert mit höheren Sicherheitsbudgets. Die Ausgaben für Präventionsmaßnahmen stiegen 2025 von 1,6 auf 1,7 Milliarden Euro. Berücksichtigt man zusätzlich alle internen Aktivitäten, die durch das Diebstahlrisiko verursacht werden - wie das Anbringen und Deaktivieren/Entsichern von Warensicherungen, Bestandskontrollen, interne Schulungen, Datenanalysen, Kameraüberwachung sowie Diebstahlanzeigen -, so ergeben sich bei konservativer Schätzung weitere Kosten in Höhe von 1,6 Mrd. Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf 3,3 Mrd. Euro pro Jahr.
An der Untersuchung beteiligten sich 103 Unternehmen bzw. Vertriebsschienen mit insgesamt 21.225 Verkaufsstellen, die einen Gesamtumsatz von rund 116,3 Mrd. Euro erwirtschafteten.
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