Agenturausschreibung

Snocks-Gründer rudert nach Shitstorm zurück

von Joachim Graf

19.05.2026 Eine Ausschreibung für das Redesign der Shopping-Homepage brachte dem Gründer von Sockenhersteller Snocks einen veritablen Shitstorm ein. Jetzt rudert er zurück.

Johannes Kliesch mit dem 2. Teil seiner Social Media-Kampagne (Bild: Snocks)
Bild: Snocks
Johannes Kliesch mit dem 2. Teil seiner Social Media-Kampagne

Das Internet vergisst nichts: Der gelöschte Linkedin-Post von Snocks (Bild: Snocks)
Bild: Snocks
Das Internet vergisst nichts: Der gelöschte Linkedin-Post von Snocks

Johannes Kliesch hatte es "Redesign Challenge" genannt: Die Ausschreibung für die Neukonzeption der Startseite des millionenschweren Sockenherstellers Snocks  . Wie das bei dem Social-Media-Aktivisten üblich erfolgte die Ausschreibung über Linkedin. Unter die Überschrift "Wer baut Snocks besser als wir" hieß die Aufgabe: "Design unserer Startseite neu mit klarem Fokus auf Conversion. Mutig, kreativ, anders gedacht, so dass es zu unserem Wert Out of the box passt".

Also eine klassische Pitchaufgabe für eine Agentur, auch wenn "Designer, ECommerce Leute und kreative Köpfe mit guten Augen" angesprochen wurden. Was eine normale Designagentur mit einem vier- bis fünfstelligen Honorar berechnen würde, dafür wollte Snocks 600 Euro zahlen. In drei Tranchen. In Sockengutscheinen: " Die Top 3 bekommen einen Snocks-Gutschein über 300, 200 und 100 Euro" so das Versprechen.

Diese Ausschreibung sorgte binnen Stunden für hunderte von zum Teil hoch erbosten Kommentaren: "Diese "Design Challenge" ist symptomatisch für eine Kultur, die Skalierung mit Ausbeutung verwechselt", "absoluter No-Go", "Absolute Red Flag", "wenn eine Gesellschaft, die 2024 einen Gewinn von 3,5 Mio. Euro ans Handelsregister gemeldet hat so einen unterirdischen Pitch startet ist grob fahrlässig".

Keine 24 Stunden später ist der Post gelöscht. Statt dessen erklärt Johannes Kliesch: "Die Redesign Challenge war zu kurz gedacht". Für ihn sei der Shitstorm "ehrlichen Input gegen unsere eigene Betriebsblindheit" gewesen. Ein 300-Euro-Gutschein als Belohnung für das beste Startseiten-Redesign sei keine faire Entlohnung gewesen. Und "genau das hat die Community zu Recht kritisiert", räumt Kliesch ein.

Er habe den Post offline genommen, nicht um seinen Feed zu säubern, "sondern um nochmal mit dem Team zu sprechen. Wir wollen die Challenge weiterhin machen, aber unter fairen Bedingungen." Jetzt soll die Sockencommunity erzählen, was ein faires Preisgeld ist. Zu Redaktionsschluss hat die Auufforderung auf Linkedin   215 Kommentare. Nicht wenige monieren sich allerdings weiterhin: "Das Problem ist mit einer Anhebung vom Preisgeld nicht gelöst. Designarbeit ist eine Dienstleistung und Dienstleister leben nicht von Wettbewerben".

Fortsetzung folgt.

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