Geschäftszahlen

Cyberangriff trifft Takkt hart: Umsatz und Ergebnis geraten unter Druck

von Christian Gehl

28.10.2026 Der B2B-Versandhändler Takkt kämpft nach einem Cyberangriff mit erheblichen Einschränkungen bei der Bestellabwicklung und Auslieferung. Während sich das operative Geschäft im dritten Quartal stabilisiert hat, droht die Attacke die Jahresprognose zu durchkreuzen.

Hauptsitz der Takkt AG in Stuttgart (Bild: Takkt AG)
Bild: Takkt AG
Hauptsitz der Takkt AG in Stuttgart
Ein Cyberangriff beeinträchtigt derzeit die Geschäftsprozesse des Stuttgarter B2B-Versandhändlers TAKKT    und gefährdet dessen Jahresziele für 2026. Betroffen sind insbesondere das europäische Geschäft mit Industrie- und Verpackungsprodukten sowie die nordamerikanische Gastronomiesparte. Der Angriff ist nach Unternehmensangaben inzwischen eingedämmt, die Wiederherstellung der Systeme läuft. Allerdings bleiben Auftragsbearbeitung, Auslieferung und Rechnungsstellung eingeschränkt. Die Webshops der meisten Konzernmarken bleiben erreichbar und nehmen Bestellungen entgegen. Auch die Kommunikationskanäle zu KundInnen und Lieferanten funktionieren. Wann sämtliche Geschäftsprozesse wieder vollständig laufen, ist noch offen.

Umsatzrückgang bis Oktober


Bereits vor dem Cyberangriff stand Takkt unter wirtschaftlichem Druck. In den ersten neun Monaten 2026 sank der Konzernumsatz von 736,3 auf 685,6 Millionen Euro. Organisch entspricht dies einem Rückgang von 5,1 Prozent. Im dritten Quartal lag das Minus bei 4,3 Prozent und damit nahezu auf dem Niveau des Vorquartals. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank nach neun Monaten von 27,3 auf 14,5 Millionen Euro. Die bereinigte Ergebnismarge verringerte sich von 4,3 auf 3,2 Prozent. Durch Einsparungen von rund neun Millionen Euro konnte Takkt die Folgen des Umsatzrückgangs teilweise abfedern. Die Rohertragsmarge verbesserte sich trotz höherer Frachtkosten leicht auf 39,2 Prozent.

Negativer Cashflow


Für das vierte Quartal erwartet der Konzern nun spürbare Belastungen bei Umsatz, Ergebnis und Cashflow. Takkt hält zwar zunächst an seiner Prognose fest, sieht aber ein erhöhtes Risiko, die unteren Grenzen der bisherigen Zielspannen zu erreichen oder sogar zu unterschreiten. Diese liegen bei minus sieben bis plus drei Prozent organischer Umsatzentwicklung und einer bereinigten Ergebnismarge von zwei bis fünf Prozent. Auch die Liquiditätsentwicklung bleibt angespannt. Der Free Cashflow verschlechterte sich nach neun Monaten von minus 1,7 auf minus 12,7 Millionen Euro. "Wir arbeiten weiter intensiv daran, unsere Cash-Generierung im vierten Quartal zu verbessern", erklärt CFO Timo Krutoff  . Der Cyberangriff erschwert dies jedoch und hat das Risiko eines negativen Free Cashflows für das Gesamtjahr erhöht. Entscheidend werden nun die Geschwindigkeit der operativen Wiederherstellung und der weitere Abbau des Net Working Capital sein."
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