Größter Logistikdeal seit Jahren: JD.com treibt Europa-Expansion voran
15.04.2026 Mit einer neuen Großfläche bei Berlin treibt JD.com ganz offensichtlich die Expansion seiner Liefer- und Handelsangebote in Europa voran. Händler müssen mit einem weiteren globalen Wettbewerber mit integrierter Logistiksparte recnen.
Der Schritt ist Teil einer größeren Europa-Strategie von JD.com, das derzeit gezielt seine eigene Logistik, Lieferstrukturen und Handelskanäle außerhalb Chinas ausbaut. Dazu zählt auch der Aufbau eines eigenen Lieferdienstes in Europa, mit dem das Unternehmen unabhängiger von externen Dienstleistern werden will.
Parallel treibt JD.com seinen eigenen Online-Handel über die Plattform Joybuy voran, die sich an auch an deutsche Kunden richtet (siehe neuhandlen.de: Angriff auf Amazon: Joybuy bietet Same-Day-Lieferung an). Das Zusammenspiel aus Marktplatz, Direktvertrieb und eigener Logistik soll es dem Konzern ermöglichen, die gesamte Wertschöpfungskette im E-Commerce selbst zu kontrollieren.
Vertikale Integration als strategisches Ziel
Die angemietete Halle in Ludwigsfelde ist Teil eines Logistikparks mit insgesamt etwa 62.000 Quadratmetern und soll insbesondere für E-Commerce-Distribution und schnelle Lieferprozesse genutzt werden.Mit dem Ausbau verfolgt JD.com strategisch das Ziel, sein international erprobtes Modell der vertikalen Integration auch in Europa zu etablieren. Dieses basiert darauf, Logistik, Technologie, Marktplatz und eigene Handelsaktivitäten eng miteinander zu verzahnen, um Lieferzeiten zu verkürzen und Kundenerlebnisse zu kontrollieren.
Für Händler in Europa bedeutet das wachsenden Wettbewerb: JD.com positioniert sich nicht nur als Marktplatzbetreiber, sondern auch als Logistikdienstleister und Direktanbieter. Gleichzeitig könnten sich durch die Infrastruktur neue Kooperationsmöglichkeiten ergeben, etwa bei Fulfillment oder grenzüberschreitendem Handel.
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