Tegut-Aus: Strategie überzeugte weder online noch offline
12.03.2026 Der Rückzug der Supermarktkette Tegut verändert den deutschen Lebensmittelhandel weiter. Viele Filialen sollen an Edeka und Rewe gehen - die Marktkonzentration steigt damit erneut.
Damit verschwindet die Marke Tegut voraussichtlich bis Ende des Jahres vollständig vom deutschen Markt. Tegut verfolgte in Deutschland eine sehr konservative Strategie. Die rund 7.400 Mitarbeitenden wurden bereits über die Pläne informiert.
Tegut gehört derzeit zum Schweizer Handelskonzern Migros . Der Rückzug beendet ein etwa zehn Jahre dauerndes Engagement in Deutschland, das dem Unternehmen laut Berechnungen der Neue Zürcher Zeitung rund 600 Millionen Euro gekostet haben soll. Eine Onlinekomponente fehlte fast vollständig und beschränkte sich auf einen Shop bei Amazon .
Marktkonzentration im deutschen Lebensmittelhandel wächst
Durch die geplanten Verkäufe stärkt sich vor allem die Stellung der großen Handelsketten. Bereits heute konzentrieren sich etwa 85 Prozent des deutschen Lebensmittelhandels auf vier große Anbieter: Lidl , Aldi , Edeka und Rewe.Mit dem Wegfall von Tegut dürfte diese Marktmacht weiter wachsen. Parallel wird auch die Allgäuer Supermarktkette Feneberg derzeit abgewickelt, wobei ein Großteil der Filialen ebenfalls an Edeka gehen soll.
Für Händler zeigt sich damit erneut, wie stark der Wettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel ist. Trotz steigender Preise - Lebensmittel verteuerten sich seit 2020 laut Statistisches Bundesamt um mehr als 30 Prozent - bleibt der Preisdruck im Markt hoch.
Schwieriger Markt für kleinere Anbieter
Migros-Manager begründete den Rückzug vor allem mit den strukturellen Herausforderungen des deutschen Marktes. "Wenn Sie mit Märkten in dieser Größe zur Einkaufsstätte für Ergänzungskäufe degradiert werden, dann haben Sie ein Problem - auch wenn Sie tolle Produkte haben", zitierte ihn die Lebensmittelzeitung .Deutschland sei ein besonders preisgetriebener und kostenintensiver Markt. Für Anbieter mit kleineren Filialnetzen wird es dadurch zunehmend schwer, wirtschaftlich zu arbeiten.
Neben den Filialen soll Edeka auch weitere Teile des Tegut-Geschäfts übernehmen. Dazu zählen unter anderem das neue Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei sowie etwa 40 autonome Mini-Supermärkte der Marke Teo.
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