Raritäten

Luxus und Sammelleidenschaft: Deutsche Käufer treiben Catawiki-Wachstum

von Dominik Grollmann

06.07.2026 Der Online-Marktplatz Catawiki hat 2025 seinen Umsatz um neun Prozent auf 111 Millionen Euro gesteigert und zugleich Rekordwerte bei Gewinn und Marge erzielt, teilt das Unternehmen mit. Deutsche Käufer zählen dabei zu den ausgabestärksten NutzerInnen weltweit.

 (Bild: PublicDomainPictures)
Bild: PublicDomainPictures
Während Konsumlaune und Konjunktur in Europa schwächeln, scheint der Markt für besondere Objekte zu boomen. Dies behauptet zumindest Catawiki  , ein Online-Marktplatz für Sammlerstücke, der seinen Umsatz im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 111 Millionen Euro steigern konnte und dabei Rekordwerte bei Gewinn und Marge erzielt. Der Nettogewinn belief sich auf 5,8 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA auf 11,2 Millionen Euro - entsprechend einer Marge von 10 Prozent des Umsatzes.

In der zweiten Jahreshälfte zog das Umsatzwachstum auf nahezu 20 Prozent an. Das erste Quartal 2026 setzt diesen Trend fort: Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28 Prozent, die Margen verbesserten sich parallel zum Wachstum. Zudem verzeichnete Catawiki im ersten Quartal 2026 einen Höchststand bei neuen Nutzern: Die Zahl der Erstbietern lag 70 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, berichtet das Portal.

Besonders stark entwickelte Der deutsche Markt: 2025 wurden mehr als 300.000 Objekte erfolgreich verkauft - ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ist die Anzahl der Bieter, die ein Objekt gewonnen haben, um 20 Prozent gestiegen. Die durchschnittlichen Jahresausgaben pro Käufer überstiegen 1.000 Euro, womit Deutschland zu den drei Märkten der Plattform mit den höchsten durchschnittlichen Ausgaben pro Käufer weltweit zählt.

Luxus, Pokémon und Edelmetalle: Die internationalen Trends des Jahres

Drei Entwicklungen prägten das internationale Kaufverhalten auf Catawiki im vergangenen Jahr besonders deutlich.

  • Luxusobjekte mit Anlagewert wie Uhren, Schmuck und Wein waren weltweit die volumenmäßig beliebtesten Kategorien. Die gestiegene Nachfrage nach Edelmetallen deutet auf ein anhaltendes Interesse an sicheren Anlagen hin - angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit.

  • Besonders auffällig war zudem das Wachstum nostalgiegerprägter Sammelobjekte. Die Nachfrage nach Pokémon-Karten stieg im Jahresvergleich um 60 Prozent, in Spanien sogar um 195 Prozent, in Portugal um 100 Prozent, in Österreich um 65 Prozent. Gekauft wird vor allem von unter 35-Jährigen.

  • Edelmetalle verzeichneten in nahezu allen europäischen Märkten einen Nachfrageschub. In Spanien stieg das Interesse an Goldbarren um 125 Prozent, in Portugal um 100 Prozent. Auch Deutschland (+71 Prozent), Belgien (+91 Prozent) und Frankreich (+60 Prozent) legten stark zu - ein Zeichen dafür, dass Käufer in unsicheren Zeiten vermehrt auf greifbare Sachwerte setzen.

Jenseits der europaweiten Trends zeigten sich ausgeprägte lokale Vorlieben: In Italien blieb Wein mit rund 300.000 ersteigerten Flaschen - darunter 12 Flaschen Château Mouton Rothschild 2000 für 16.900 Euro - die beliebteste Kategorie nach Volumen. In Portugal wuchs die Nachfrage nach japanischer Kunst um 135 Prozent. In den Niederlanden legte Musikmemorabilia um 126 Prozent zu, stärker als jede andere Kategorie des Landes.

"2025 war für Catawiki ein starkes Jahr: Wir haben Rekordgewinne erzielt und gleichzeitig unsere Kundenbasis in zahlreichen Ländern und Kategorien ausgebaut", sagt Ravi Vora, CEO von Catawiki. 2026 wolle das Unternehmen sein Modell international skalieren.

Teil der Wachstumsstrategie ist die neue Funktion Catawiki Live. Damit können Bieter Auktionen in Echtzeit verfolgen, inklusive Live-Kommentierung und Austausch mit Experten. Zusätzlich testet Catawiki neue Auktionsformate, darunter 24-Stunden- und einstündige Auktionen.
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