KI im Commerce

Otto öffnet seinen Onlineshop für ChatGPT und testet KI-Werbung

von Sebastian Halm

20.10.2026 Otto macht sein Sortiment über ein ChatGPT-Plugin für die KI-gestützte Produktsuche zugänglich. Technische Grundlage ist eine Schnittstelle, über die künftig auch autonome KI-Agenten mit dem Shop interagieren sollen. Parallel testet der Händler Werbeanzeigen in ChatGPT.

 (Bild: Otto)
Bild: Otto
Der Online-Händler Otto    bindet seinen Onlineshop über eine neue Schnittstelle an ChatGPT   an und ermöglicht damit eine KI-gestützte Beratung zu mehr als 19 Millionen Produkten, teilt das Unternehmen mit. KundInnen können dazu in ChatGPT das Otto-Plugin installieren und über den Befehl "@OTTO" Produktempfehlungen abrufen. Der Kaufabschluss erfolgt weiterhin im Onlineshop, wo sich auch zusätzliche Dienstleistungen wie Aufbau- und Installationsservices buchen lassen. Technische Grundlage ist eine Schnittstelle auf Basis des offenen Standards Model Context Protocol  . Entwickelt wurde sie vom konzerneigenen Technologie-Dienstleister Otto Group one.O  . Der Standard soll die Anbindung unterschiedlicher KI-Anwendungen vereinfachen und perspektivisch auch weitergehende Interaktionen ermöglichen. So könnten KI-Agenten künftig aktuelle Preise und Lagerbestände abfragen, Bestellungen auslösen oder Rechnungen in Warenwirtschaftssystemen bearbeiten.

KI-Beratung steigert Bestellwerte

Mit dem ChatGPT-Plugin erweitert Otto seine KI-gestützte Kaufberatung auf eine externe Plattform. Bereits im März 2026 hatte der Händler einen sprachgesteuerten Einkaufsassistenten auf Basis von Google   -Technologie im eigenen Onlineshop eingeführt. Nach Unternehmensangaben erzielt dieser gegenüber der klassischen Suche bis zu 37 Prozent höhere Bestellwerte bei einer doppelt so hohen Conversion-Rate. Parallel erprobt Otto seit September 2026 als einer der ersten europäischen Testpartner Werbeanzeigen über ChatGPT Ads  . Damit will der Händler zusätzliche Sichtbarkeit in KI-gestützten Einkaufsprozessen gewinnen. Erste Ergebnisse seien vielversprechend, erklärt Frederike del Castillo  , Head of Strategy Implementation & Insights bei Otto. Das Unternehmen prüfe deshalb einen dauerhaften Einsatz. Konkrete Leistungskennzahlen nennt Otto allerdings nicht.

Dabei betont Otto die Trennung zwischen organischen Produktempfehlungen und bezahlter Werbung. Die Tests mit dem Plugin und den Anzeigen sollen dem Händler Erfahrungen liefern, wie sich Produktsuche, Beratung und Marketing auf KI-Plattformen künftig verbinden lassen.
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