Marktveränderung

Otto Group zeigt umfassende Agentic Commerce-Lösungen für drei ihrer Online-Shops

von Christian Gehl

19.06.2026 Im Google-HQ stellte die Otto Group KI-Assistenten für die Tochterfirmen Crate & Barrel, Bonprix und Otto vor.

Amy Eschliman (li), CDO Crate & Barrel, Petra Scharner-Wolff (Mi.), CEO Otto Group und Katrin Behrens (re.), CEO Otto Group One.O in Mountain View, USA (Bild: Otto Group)
Bild: Otto Group
Amy Eschliman (li), CDO Crate & Barrel, Petra Scharner-Wolff (Mi.), CEO Otto Group und Katrin Behrens (re.), CEO Otto Group One.O in Mountain View, USA
Die Otto Group    hat in Mountain View zusammen mit ihrem strategischen Partner Google   AI-Commerce-Lösungen für einige ihrer Tochterfirmen vorgestellt.

Bei dem Möbelhändler Crate & Barrel   führt die Otto Group einen Shopping-Agenten ein, der auf Google Cloud Gemini Enterprise for Customer Experience    basiert. Der Agent soll natürliche Dialoge und multimodale Interaktion nutzen, um KundInnen von der Inspiration bis zum Kauf zu begleiten. Damit will die Interior-Marke digitale Beratung stärker an die persönliche Betreuung im stationären Handel heranführen.

Auch Otto    setzt auf eine dialogorientierte Einkaufsberatung. Der neue Assistent in der Otto-App nutzt Google Gemini    und kombiniert Text- und Sprachinteraktion mit Produktkatalogwissen. Laut Unternehmen zeigen erste Ergebnisse, dass NutzerInnen im Sprachmodus durchschnittlich elf Interaktionen pro Sitzung auslösen. Im Textmodus seien es durchschnittlich zwei Interaktionen. Zudem liege der durchschnittliche Bestellwert 37 Prozent über dem Wert der klassischen Suche.

Neben dem Einkaufserlebnis soll künstliche Intelligenz auch den Service verändern. Ein intern entwickelter Agent bearbeitet bei Otto Standardanfragen und leitet komplexere Fälle an Mitarbeitende weiter. Langfristig will das Unternehmen eine zentrale multimodale Umgebung schaffen, die KundInnen von Inspiration und Produktauswahl bis zum Service begleitet.

Der Online-Modehändler Bonprix    testet mit VestiFlow eine in der Google Cloud entwickelte Lösung, die gemeinsam mit der Otto Group One.O   entstanden ist. Die Anwendung soll den Produktentwicklungszyklus von Trendanalyse über Sortimentspassung und Produktdesign bis zur Content-Produktion künstlich intelligent unterstützen. Im aktuellen Pilotprojekt liefert VestiFlow automatisierte Marktanalysen, strategische Sortimentsvorschläge sowie Unterstützung bei Produktdesign und Spezifikationen. Ziel ist es, Produktentscheidungen stärker datengetrieben zu treffen und Trends, KundInnenbedürfnisse sowie Markenidentität enger aufeinander abzustimmen.

"Ein einzelnes KI-Tool in bestehende Prozesse zu integrieren, ändert wenig", sagt Katrin Behrens , Geschäftsführerin der Otto Group One.O. "Bei Bonprix und One.O vereinen wir drei entscheidende Elemente in einem crossfunktionalen Team: Prozessgestaltung, KI-Entwicklung und agile Integration. Mit Bonprix bauen wir die Produktentwicklung End-to-End neu auf, sodass die Modetrenderkennung nahtlos in Sortiment, Design und Content einfließt."

Insgesamt will Otto 350 Millionen Euro in Technologie und KI investieren. "AI-Commerce ist nicht bloß ein weiterer technologischer Zyklus - es ist ein grundlegender Wandel in der Art und Weise, wie wir arbeiten und im Wettbewerb agieren", so Petra Scharner-Wolff , CEO der Otto Group. "Ein 'AI-first-Mindset' befähigt unsere Mitarbeitenden und Führungskräfte, diesen Wandel mutig und überzeugt anzunehmen. Wir gestalten die Zukunft des Handels aktiv mit, anstatt nur darauf zu reagieren."
alle Optionen Mitglied werden auf neuhandeln

Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: