Schweizer Schnäppchenportal DeinDeal in Finanz-Not
04.09.2026 Das Schweizer Rabattportal DeinDeal steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen macht unter anderem den verschärften Wettbewerb durch internationale Billigplattformen und steigende Marketingkosten für die Schieflage verantwortlich.
Nach Angaben des Unternehmens läuft der Produktverkauf zunächst weiter. Bestellungen, die seit dem 7. August nicht ausgeliefert werden können, sollen vollständig erstattet werden. Bei Gutscheinen kann DeinDeal dagegen nicht garantieren, dass Partnerunternehmen diese weiterhin einlösen. Als provisorische Sachwalterin wurde die Kanzlei Staiger Rechtsanwälte eingesetzt.
Temu und steigende Reichweitenkosten erhöhen den Druck
Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt DeinDeal die schwierige Marktsituation im Schweizer Onlinehandel. Das Unternehmen verweist auf den zunehmenden Wettbewerb durch internationale Plattformen mit Direktversand und sehr niedrigen Preisen, darunter Temu und Shein. Gleichzeitig seien die Kosten für digitale Reichweite deutlich gestiegen.DeinDeal wurde 2010 gegründet und gehörte ab 2015 mehrheitlich zum Medienkonzern Ringier . 2024 verkaufte Ringier die Plattform an Liberta Partners aus München. Zum Verkaufszeitpunkt erzielte DeinDeal nach Angaben von Ringier einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Schweizer Franken und zählte zu den zehn größten ECommerce-Portalen der Schweiz.
Der Fall verdeutlicht den anhaltenden Wettbewerbsdruck im Schweizer E-Commerce. Nachdem bereits zahlreiche Händler über die wachsende Konkurrenz durch asiatische Billigplattformen klagen, gerät nun auch ein etablierter Rabattmarktplatz in finanzielle Schwierigkeiten. Besonders bemerkenswert ist, dass das Unternehmen selbst neben dem Preisdruck ausdrücklich die steigenden Kosten für digitale Reichweite als Ursache nennt.
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