Fashionmarkt Schweiz: Asiatische Plattformen auf dem Vormarsch
28.07.2025 Angesichts der Konkurrenz aus Fernost ist die Zukunft der Mode in der Schweiz ist günstig, schnell, online - aber (noch) nicht nachhaltig
Top-Performer und Dynamiken im Online-Fashionmarkt
Der Schweizer Online-Fashionmarkt zeigt klare Gewinner: Zalando bleibt weiterhin Marktführer mit einem geschätzten Umsatz von CHF 1,7?Mrd. - und das trotz Marktschrumpfung. Seit 2016 hat das Unternehmen seinen Umsatz mehr als verdreifacht. Neu auf Platz zwei: Shein mit einem geschätzten Fashionumsatz von CHF?200?Mio. Damit hat der chinesische Anbieter den früheren Zweitplatzierten H&M überholt.Doch Shein ist nicht der einzige asiatische Player mit Einfluss. Auch Temu und AliExpress setzen stark auf Mode und kommen gemeinsam mit Shein 2024 auf rund CHF 562?Mio. Umsatz im Schweizer Fashionsegment - ein deutliches Zeichen für den Bedeutungsgewinn asiatischer Plattformen.
Der Trend geht klar in Richtung Billig-Fashion. Die Nachfrage nach günstiger Mode ist hoch, während der Markt für gebrauchte Kleidung in der Schweiz noch unterentwickelt ist. Erfolgreiche Anbieter wie Vinted oder Zalando Pre-Owned sind in der Schweiz bislang nicht aktiv. In Frankreich hingegen ist Vinted bereits Marktführer im Fashionhandel.
Zalando & About You: Zusammenschluss der Branchenriesen
Im Dezember 2024 wurde bekannt, dass Zalando mit About You fusionieren will. Beide Marken sollen unabhängig bestehen bleiben, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. About You erwirtschaftete in der Schweiz rund CHF?95?Mio. Umsatz.Zalando investiert parallel weiter in Innovationen: Virtuelle Umkleiden, KI-gestützte Größenberatung und personalisierte Empfehlungen sollen die Marktführerschaft weiter festigen.
Ein Hidden Champion: BestSecret konnte seinen Umsatz von CHF?80?Mio. (2022) auf geschätzte CHF?150?Mio. (2024) nahezu verdoppeln. Das geschlossene Clubmodell überzeugt durch exklusive Markenangebote und hohe Kundentreue.
Omnichannel-Strategien und stationäre Player
Viele Anbieter mit starker Filialpräsenz bauen parallel ihre Onlinekanäle aus:- H&M: 89 Filialen, starker Onlinevertrieb
- Zara : Onlineumsatz von geschätzten CHF?30?Mio. trotz starker stationärer Ausrichtung
- Chicorée : über 180 Filialen, Fokus auf junge Zielgruppe und digitale Expansion
- C&A Schweiz : 94 Filialen, aktiv mit Click & Collect
- Blackout : 87 Filialen, "Ship-from-Store"-Modell und Bonusprogramm per App
- Disruptive asiatische Anbieter gewinnen mit niedrigen Preisen und großem Sortiment Marktanteile.
- Marktführer Zalando stärkt seine Position mit Innovation und Fusion.
- Nischenanbieter wie BestSecret wachsen solide durch exklusive Konzepte.
- Secondhand bleibt Potenzialmarkt - wer früh einsteigt, kann sich langfristig differenzieren.
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