Online-Rezensionen

Von Lügen bis Erpressung: So sehr leiden Händler unter Bewertungsmißbrauch

von Dominik Grollmann

04.12.2025 Unfaire Bewertungen sind für viele HändlerInnen längst ein ernstes Geschäftsrisiko. Von Erpressungsversuchen bis Sichtbarkeitsverlust - die Folgen reichen deutlich weiter als nur zu ein paar negativen Sternen.

 (Bild: RyanMcGuire / Pixabay.com)
Bild: RyanMcGuire / Pixabay.com
Neun von zehn HändlerInnen haben bereits Erfahrungen mit ungerechtfertigten Bewertungen gemacht, und mehr als die Hälfte sieht eine spürbare Verschärfung der Lage. Der Händlerbund    hat dafür Online-HändlerInnen ausführlich befragt und die Ergebnisse nun in der Studie "Unfaire Bewertungen 2025  " veröffentlicht.

Unwahre Aussagen bilden mit 74 Prozent die häufigste Form unfairer Rezensionen. Fast ebenso häufig bewerten KundInnen Faktoren, die nicht im Einflussbereich der Anbieter liegen - etwa Probleme bei Paketdiensten oder Unzufriedenheit mit Regeln der jeweiligen Marktplätze. Auch nicht gelesene Produktbeschreibungen führen in vielen Fällen zu Kritik, die am angebotenen Produkt vorbeizielt.

Falsche Kritik, falsche Adressaten

In zahlreichen Fällen beziehen sich Rezensionen auf vermeintlich fehlende Produkteigenschaften, die nie versprochen wurden. Besonders schwerwiegend bleibt zudem, dass fast die Hälfte der Befragten von Erpressungsversuchen berichtet. Zwar zeigt der Vergleich zum Vorjahr eine leichte Entspannung, dennoch bestätigen die Zahlen ein weiterhin hohes Niveau.

Die Studie zeigt außerdem, wie individuell unfaire Rezensionen ausfallen können. Manche negative Bewertung basiert auf Missverständnissen, andere beziehen sich auf Produkte oder Leistungen, die nicht zum Angebot des jeweiligen Händlers gehören.

Wahrnehmung: Die Situation verschärft sich

Mehr als die Hälfte der Befragten registriert eine Verschärfung der Lage. Besonders häufig richten sich unfaire Bewertungen gegen die Ware selbst, gefolgt von Versandaspekten wie Lieferzeit oder -kosten. Ebenso werden Kundenservice, rechtliche Rahmenbedingungen und die Gestaltung des Online-Shops kritisiert - oft ohne sachliche Grundlage.

Nur ein kleiner Teil der HändlerInnen erkennt eine positive Entwicklung oder eine Entspannung der Situation. Die Mehrheit sieht stattdessen einen anhaltenden Trend zu mehr ungerechtfertigter Kritik.

Kleine Menge, große Wirkung

Obwohl unfaire Bewertungen bei der Mehrheit weniger als fünf Prozent aller Rezensionen ausmachen, können ihre Auswirkungen deutlich spürbar sein. Viele HändlerInnen berichten von Imageverlust, sinkenden Bewertungsquoten und einer wachsenden Verunsicherung potenzieller KundInnen.

Dazu kommen operative Belastungen: Zahlreiche Unternehmen investieren Zeit in Konfliktklärung, verlieren Sichtbarkeit in Rankings und erleben direkte finanzielle Schäden. Kulanzregelungen, Ersatzlieferungen oder Umsatzverluste sind häufige Folgen.

Viele Anbieter reagieren aktiv. Zwei Drittel kommentieren unfaire Bewertungen öffentlich, um Missverständnisse aufzuklären und Transparenz herzustellen. Mehr als die Hälfte sucht zudem den direkten Kontakt zu Bewertenden, um Konflikte bilateral zu lösen.

Etwa ein Drittel greift auf professionelle Löschservices zurück, wenn es um eindeutig unberechtigte Bewertungen geht. Die Kombination aus Kommunikation, direkter Ansprache und - falls erforderlich - Rechtsunterstützung gilt als wirksamster Ansatz.

Unterstützung durch den Händlerbund

Der Händlerbund    verweist auf sein Serviceangebot für betroffene HändlerInnen. Mitglieder erhalten rechtliche Beratung, aktuelle Rechtstexte und Unterstützung bei Abmahnungen. Mit dem Löschservice "Bewertungen löschen powered by Händlerbund" bietet der Verband eine Lösung speziell für unberechtigte Rezensionen an.
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