Schon wieder Galeria: Der vierte Insolvenzantrag in sechs Jahren
02.10.2026 Im Juli hatte der angeschlagene Handelskonzern Galeria einen langfristig Kredit bekommen. Doch erstmal macht er mal wieder in Insolvenz. Die geplante "umfassende Transformation" des Unternehmens soll wohl vor allem über einen erneuten Schuldenschnitt erfolgen.
Der Antrag schaffe »den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft« zu schaffen, heißt es seitens des Unternehmens. Hintergründe teilte Galeria nicht mit, über die weitere Entwicklungen solle aber »zeitnah« informiert werden.
Wo streicht Galeria?
Im Zentrum steht eine Konzentration auf profitable Warenhäuser, verbunden mit einer Schärfung des Sortiments und Ausrichtung an lokalen Kundenstrukturen. Modernere Flächenkonzepte und die Steigerung der Verweilqualität stehen hierbei im Fokus. Zugleich erhält Galeria den finanziellen Spielraum für die organisatorische Transformation in den kommenden Jahren. Auf Basis dieser Neuausrichtung erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2026/2027 ein positives bereinigtes EBITDA. Für das Geschäftsjahr 2027/2028 plante Galeria mit einem bereinigten EBITDA im dreistelligen Millionenbereich. Die mit der Transformation verbundenen Aufwendungen werden im Rahmen der laufenden Bilanzierung berücksichtigt, um die kommenden Geschäftsjahre planerisch zu entlasten.Wie sieht die Neuausrichtung von Galeria aus?
Die Neuausrichtung folgt sechs strategischen Handlungsfeldern: Filialportfolio, Sortiment, Fläche, Personal, Marketing und CRM sowie der kontinuierlichen Optimierung der operativen Kostenstrukturen. Ziel ist ein deutlich kompakteres Unternehmen mit klarem Standortprofil, frequenzgetriebenen Flächenkonzepten und einer konsequent kundenorientierten Sortimentslogik. Das solleinhergehen mit einer deutlich individuelleren Kundenansprache über alle Kanäle.Zentraler Baustein in dem umfassenden Maßnahmenbündel für die Neuausrichtung ist ein optimiertes Warenhausnetz. Maßgeblich ist die nachhaltige, wirtschaftliche Tragfähigkeit jedes einzelnen Standortes. Vor diesem Hintergrund wird GALERIA die Gespräche mit den Vermietern und den Kommunen intensivieren. Im Kern geht es standortspezifisch um Mietkonditionen und Flächenverkleinerungen und Personalabbau.
Galeria habe eine besicherte Kreditlinie über bis zu 160 Millionen Euro mit Gordon Brothers vereinbart. Ergebnis: "Die wirtschaftliche Grundlage der Neuausrichtung ist gelegt, , so Norman Krotten, CFO und Geschäftsführer. Die Kreditlinie dient u.a. der Ablösung der bestehenden Drittfinanzierung sowie der Modernisierungs- und Effizienzinitiativen im laufenden Geschäftsbetrieb. Das hat wohl nicht ausgereicht, um das Ruder herumzureißen.
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