Ostergeschäft

Paketmengen steigen auf Rekordniveau

von Sebastian Halm

31.03.2026 Das Ostergeschäft 2026 entwickelt sich für Händler zu einer logistischen Herausforderung. Rekordmengen bei Paketen und eine verlängerte Nachfragephase verändern die Dynamik rund um die Feiertage deutlich. Wer früh plant, kann die Situation gezielt für sich nutzen.

 (Bild: Sebastian Halm/KI-generiert mit ChatGPT)
Bild: Sebastian Halm/KI-generiert mit ChatGPT
Rund um Ostern 2026 werden in Deutschland so viele Pakete verschickt wie nie zuvor, berichten Deutsche Post    und DHL   . Am stärksten Tag, dem Dienstag nach Ostern, sollen bis zu 10,5 Millionen Sendungen verarbeitet werden. Bereits vor den Feiertagen erreichen die täglichen Mengen etwa 9 Millionen Pakete und liegen damit deutlich über dem üblichen Niveau. Treiber sind vor allem saisonale Käufe wie Geschenke, Dekoration sowie erste größere Anschaffungen für Haus und Garten.

Für Händler verändert sich damit das Nachfrageverhalten spürbar. Die Bestellungen konzentrieren sich nicht mehr nur auf die Tage vor Ostern, sondern verlagern sich zunehmend in die Zeit danach. Viele KundInnen nutzen die Feiertage selbst für Onlinekäufe, wodurch sich der Peak nach hinten verschiebt.

Neue Anforderungen durch sperrige Produkte

Parallel steigt die Nachfrage nach großvolumigen Artikeln. Besonders gefragt sind aktuell Outdoor-Möbel, Pavillons und Balkonkraftwerke. Diese Produkte stellen Händler vor zusätzliche Herausforderungen in der Logistik, etwa durch längere Lieferzeiten oder komplexere Zustellprozesse. Auch Retouren werden aufwendiger. Sperrgut verursacht höhere Kosten und erfordert angepasste Abläufe im Retourenmanagement. Händler müssen ihre Prozesse daher frühzeitig anpassen, um Engpässe zu vermeiden. Die Logistik entwickelt sich damit zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Versanddienstleister reagieren bereits mit zusätzlichen Kapazitäten, mehr Transportfahrten und verstärkten Teams in den Verteilzentren.

Für Händler ergeben sich daraus konkrete Handlungsfelder. Entscheidend ist vor allem eine vorausschauende Planung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu zählen eine rechtzeitige Lagerdisposition für saisonale Produkte, transparente Lieferzeitangaben im Shop sowie die Nutzung alternativer Zustelloptionen wie Packstationen.

Zudem sollten Shops sich auf ein erhöhtes Retourenaufkommen nach den Feiertagen vorbereiten. Wer hier effiziente Prozesse etabliert, kann Kosten senken und die Kundenzufriedenheit sichern. Auch Marketingmaßnahmen gewinnen an Bedeutung. Klassische Werbeformen wie Print-Mailings und Prospekte sorgen saisonal für zusätzliche Nachfrageimpulse. Gleichzeitig wächst der reCommerce-Bereich weiter und trägt ebenfalls zu steigenden Versandvolumina bei.

Verlängerte Kaufphase als Chance

Das Ostergeschäft 2026 gehört zu den stärksten saisonalen Peaks der vergangenen Jahre. Für Händler liegt die Chance vor allem darin, die verlängerte Nachfragephase strategisch zu nutzen. Wer Warenverfügbarkeit, Logistik und Kommunikation sauber aufeinander abstimmt, kann sich in dieser Phase entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern. Gleichzeitig zeigt sich: Die klassische Planung rund um einzelne Stichtage reicht nicht mehr aus - gefragt ist ein ganzheitlicher Blick auf die gesamte Osterperiode.
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