Künstliche Intelligenz

Agentic Commerce lässt noch auf sich warten

von Christian Gehl

21.01.2026 Online-Händler erkennen großes Potenzial im selbstständigen Agieren von KI-Agenten, kommen bei der Umsetzung jedoch nur langsam voran. Vor allem unternehmensinterne Gründe hemmen die Entwicklung.

So schnell werden KI-Agenten wohl doch nicht zum Online-Shopping losgeschickt. (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
So schnell werden KI-Agenten wohl doch nicht zum Online-Shopping losgeschickt.
Online-Händler erhoffen sich hohe Effizienzgewinne durch die Automatisierung des Online-Handels über KI-Agenten, am häufigsten im B2B-Bereich (49 Prozent). Auch kundenseitige Verbesserungen wie ein optimierter Bestellkomfort (56 Prozent insgesamt; B2B: 52 Prozent, B2C: 65 Prozent) stehen weit oben auf der Agenda. Das zeigt eine gemeinsame Studie   des Marktforschungsinstituts IFH KÖLN   und des Software-Hersteller Novomind   . 200 Unternehmen (B2B und B2C) wurden dafür befragt.

Andererseits weiß aber nur ein Drittel der Befragten (34 Prozent) was genau sich hinter dem Begriff Autonomous Commerce verbirgt. Fast die Hälfte (48 Prozent) nähert sich dem Thema noch über Einzelaspekte wie automatisierte Einkaufs- und Nachbestellentscheidungen durch KI (48 Prozent) an.

Unternehmen fordern Schulungen durch Dienstleister

"Viele Unternehmen erkennen das Potenzial von Autonomous Commerce, aber die meisten stehen erst am Anfang eines Lernprozesses. Wir sehen deutlich: Der Handel tastet sich Schritt für Schritt an diese neue Stufe der Digitalisierung heran. Entscheidend wird sein, früh die richtigen Grundlagen zu legen - damit aus ersten Experimenten echte Wettbewerbsvorteile entstehen", sagt Ralf Deckers , Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics beim IFH Köln.

Als größte Hürden bei der Einführung nennen die Befragten die technologische Komplexität mit 44 Prozent sowie Datenschutzanforderungen mit 43 Prozent. Hinzu kommen fehlendes Know-how in 41 Prozent der Unternehmen, regulatorische Unsicherheiten bei 35 Prozent und eine mangelnde Akzeptanz bei den MitarbeiterInnen mit 33 Prozent.

Von ihren Dienstleistern erwarten Unternehmen daher, neben den eigentlichen Services, vor allem Schulungen und Befähigungen (60 Prozent ), Datenstrategie (58 Prozent ) und Business-Case-Entwicklung (56 Prozent ) auf dem Weg zum Autonomous Commerce.
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