Neuer Standard: KI-Suche verändert Produktsichtbarkeit im Online-Handel
06.08.2026 KI-Assistenten gewinnen bei der Produktsuche deutlich an Bedeutung. Deutsche Händler wollen deshalb stärker in agentische KI investieren, scheitern bislang aber häufig an fragmentierten Daten und komplexen Systemlandschaften.
Global stieg die Nutzung agentischer Suche als Einstieg in die Customer Journey im Jahresvergleich um 200 Prozent. Zwischen August 2025 und Mai 2026 sank zugleich der Anteil der VerbraucherInnen, die Produkte direkt bei HändlerInnen oder Marken entdecken, um sieben Prozent. Die klassische Suche verlor 15 Prozent, während neue Kanäle wie KI-Assistenten, KI-Funktionen in sozialen Medien und Liefer-Apps um 38 Prozent zulegten.
Produktdaten werden für KI-Sichtbarkeit entscheidend
Bei der KI-Suche verschiebt sich der Fokus von einzelnen Suchbegriffen hin zu vollständigen, konsistenten und natürlich formulierten Produktinformationen. Preise, Verfügbarkeiten, Produktdetails und Kundendaten müssen so strukturiert sein, dass KI-Systeme sie verarbeiten und in Empfehlungen einbeziehen können.
39 Prozent der deutschen Händler optimieren bereits Produktbeschreibungen für natürlichsprachliche Suchanfragen. Jeweils 34 Prozent verbessern die Qualität ihrer Produktinformationen und Inhalte für konversationelle Suchanfragen. 30 Prozent übermitteln Datenfeeds an KI-Suchplattformen.
"Wer heute seine Produktdaten, Preise, Verfügbarkeiten und Kundensignale vernetzt, schafft die Voraussetzung, in den Empfehlungen von KI-Assistenten überhaupt stattzufinden", sagt Nino Bergfeld , Retail & Consumer Goods Lead EMEA Central bei Salesforce.
Agentische KI steht bei vielen Händlern erst vor dem Start
Erst 14 Prozent der deutschen Händler setzen agentische KI ein. Weltweit liegt der Anteil bei 28 Prozent, in den Vereinigten Staaten bei 47 Prozent. Weitere 53 Prozent der deutschen Unternehmen planen die Einführung innerhalb der kommenden sechs Monate.
Für 42 Prozent ist die Einführung oder Ausweitung von KI die wichtigste strategische Priorität der nächsten zwölf Monate. Gleichzeitig sagen 80 Prozent, dass KI die Kundenerwartungen erhöht. 43 Prozent fällt es nach eigenen Angaben schwerer denn je, diese Erwartungen zu erfüllen.
Ein zentrales Hindernis bleibt die Datenbasis. Nur 17 Prozent der deutschen Organisationen verfügen über vollständig vereinheitlichte Kundendaten in Vertrieb, Service, Marketing und Commerce. 70 Prozent berichten zudem von einer wachsenden Zahl an Technologie- und Dienstleistungsanbietern.
Fragmentierte Systeme bremsen die Umsetzung
46 Prozent der Befragten nennen langsame oder ineffiziente Reaktionen auf Kundenprobleme als Folge der technischen Komplexität. 41 Prozent haben Schwierigkeiten, die Wirkung ihrer Commerce-Investitionen zu messen. 31 Prozent verweisen auf hohe Kosten für die Pflege nicht verbundener Systeme.
Unternehmen mit stärker vereinheitlichten Daten berichten dagegen häufiger über Vorteile: 34 Prozent nennen einen erfolgreicheren Einsatz von KI und Automatisierung, ebenfalls 34 Prozent eine höhere Kundenbindung. 32 Prozent sehen eine bessere Abstimmung zwischen Vertriebs-, Marketing- und Commerce-Teams.
Für den Report wurden 3.450 Commerce-Fachleute aus 20 Ländern und 13 Branchen befragt, darunter 200 Personen aus Deutschland. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch Verhaltensdaten von mehr als 1,5 Milliarden KäuferInnen in 37 Ländern sowie eine Befragung von rund 4.690 VerbraucherInnen.
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