Unternehmen

Trotz Umsatzplus: Ebay streicht weltweit rund 800 Stellen

von Dominik Grollmann

26.02.2026 Der Onlinemarktplatz Ebay plant offenbar den Abbau von bis zu 800 Jobs - und das nur eine Woche nachdem er starke Geschäftszahlen veröffentlichen konnte. Internen Berichten zufolge sind rund sechs Prozent der Belegschaft betroffen, auch Standorte in Deutschland könnten einbezogen sein. Offiziell bestätigt ist der Schritt bislang nicht.

 (Bild: Roszie auf Pixabay)
Bild: Roszie auf Pixabay
Der US-Marktplatzbetreiber Ebay    will weltweit bis zu 800 Stellen streichen, wie Mitarbeitende auf LinkedIn   und der Plattform Teamblind   berichten. Das entspreche etwa sechs Prozent der Belegschaft. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens liegt bislang nicht vor. Insiderangaben zufolge sollen auch Beschäftigte in Deutschland betroffen sein.

Berichten zufolge wurden zahlreiche Mitarbeitende bereits informiert, erste Trennungsgespräche hätten Mitte der Woche begonnen. Zuerst hatte der Branchendienst Wortfilter   über die möglichen Entlassungen berichtet. Bereits vor zwei Jahren hatte Ebay 1.000 Stellen gestrichen, damals rund neun Prozent der Belegschaft. Vorstandschef Jamie Iannone hatte den Schritt seinerzeit mit zu hohen Verwaltungs- und Personalkosten im Verhältnis zum Wachstum begründet.

Der jetzige Stellenabbau kommt überraschend, da Ebay erst vor Kurzem positive Zahlen für 2025 vorgelegt hatte. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar, das Nettoergebnis lag bei zwei Milliarden Dollar und damit leicht über dem Vorjahr. Der operative Cashflow belief sich auf 2,8 Milliarden Dollar.

Für das erste Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von gut drei Milliarden Dollar in Aussicht, während Analysten mit 2,8 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Nach Veröffentlichung der Zahlen legte der Aktienkurs deutlich zu. Das Handelsvolumen über die Plattform wuchs 2025 um sieben Prozent auf 79,6 Milliarden Dollar. Als Treiber gilt unter anderem der Fokus auf Re-Commerce, also den Handel mit gebrauchten und wiederaufbereiteten Produkten.

Depop-Übernahme und Marktumfeld als Rückenwind

Zusätzliche Impulse verspricht sich Ebay von der geplanten Übernahme der Secondhand-Modeplattform Depop   vom Wettbewerber Etsy  . Der Kaufpreis soll bei 1,2 Milliarden Dollar liegen. Etsy hatte fünf Jahre zuvor noch 1,63 Milliarden Dollar für Depop bezahlt.

Auch das eingetrübte Konsumklima in den USA könnte dem Geschäft mit gebrauchten Waren in die Hände spielen, da viele VerbraucherInnen verstärkt auf günstigere Alternativen setzen. Zudem wurde ein Urteil des Supreme Court zur Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump von AnalystInnen als positiv für den Onlinehandel bewertet. Die Kurse großer E-Commerce-Unternehmen reagierten darauf mit deutlichen Gewinnen.

Der Stellenabbau bei Ebay reiht sich in eine Serie von Entlassungswellen in der Tech-Branche ein. So kündigte etwa Amazon    Ende Januar an, weltweit 16.000 weitere Stellen zu streichen, nachdem bereits im Oktober zuvor 14.000 Jobs abgebaut worden waren.
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