Kaufkraft

Hohe Preise bremsen Konsum: Jeder Zweite verschiebt größere Käufe

von Susan Rönisch

19.08.2026 Die Konsumzurückhaltung in Deutschland bleibt hoch: 50 Prozent der VerbraucherInnen planen in den kommenden zwölf Monaten keine größeren Anschaffungen. Hohe Preise und geringe Rücklagen bremsen die Nachfrage, während attraktive Angebote bei einem erheblichen Teil der Befragten neue Kaufimpulse auslösen könnten.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Die Hälfte der Deutschen plant in den kommenden zwölf Monaten keine Käufe hochpreisiger Produkte wie Autos, Möbel oder Waschmaschinen. Das zeigt der erstmals erhobene easyCredit-Kreditindex 2026   . Für die repräsentative Untersuchung hat YouGov   im Auftrag der TeamBank   im Mai und Juni 2026 insgesamt 1.679 Menschen in Deutschland online befragt.

Auch die Bereitschaft zur Finanzierung ist gering: Für 76 Prozent kommt ein Kredit für größere Anschaffungen derzeit nicht infrage. Der Kreditindex, der Investitionsneigung und Kreditaufnahmebereitschaft zusammenfasst, erreicht -27,3 Punkte auf einer Skala von -100 bis +100.

Preise und geringe Rücklagen bremsen Konsum

Als häufigsten Grund für aufgeschobene Anschaffungen nennen 40 Prozent zu hohe Preise. 34 Prozent verfügen nach eigenen Angaben über zu geringe Ersparnisse, 31 Prozent verweisen auf hohe Energie- und Lebenshaltungskosten. Knapp ein Fünftel derjenigen, die geplante Anschaffungen vermutlich nicht umsetzen, will bewusst sparen.

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Altersgruppen. Während der Kreditindex bei den unter 30-Jährigen bei +3,9 Punkten liegt, erreicht er bei den 50- bis 79-Jährigen -43,1 Punkte. 63 Prozent der unter 30-Jährigen wollen in den kommenden zwölf Monaten größere Anschaffungen tätigen, bei den über 50-Jährigen sind es lediglich 36 Prozent.

Bei den 18- bis 29-Jährigen stehen vor allem Reparaturen, Ersatzbeschaffungen und andere notwendige Ausgaben auf der Liste. 30- bis 49-Jährige planen dagegen häufiger Ausgaben für Urlaub oder neue Möbel: 48 Prozent dieser Altersgruppe nennen solche Anschaffungen, 38 Prozent notwendige Käufe und Reparaturen.

Rabatte könnten Kaufbereitschaft erhöhen

Der stärkste mögliche Impuls für höhere Ausgaben wäre ein steigendes Einkommen: 44 Prozent der Befragten würden dann eher Geld ausgeben. Sinkende Verbraucherpreise könnten 42 Prozent zu zusätzlichen Ausgaben bewegen, attraktive Angebote 39 Prozent. Steuerliche Entlastungen würden bei jeder dritten Familie mit Kindern die Ausgabenbereitschaft erhöhen, bei Haushalten ohne Kinder gilt das für ein Viertel.

Bei den Gründen für Kaufzurückhaltung unterscheiden sich die Generationen ebenfalls. Von den 18- bis 29-Jährigen nennen 46 Prozent zu hohe Preise als Hindernis. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 50 Prozent; hinzu kommen geringe Ersparnisse mit 41 Prozent, bewusstes Sparen mit 27 Prozent und Arbeitsplatzunsicherheit mit 16 Prozent.

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