Inspiration, Auswahl, Schnäppchenglück: Bei Temu & Co reizen nicht nur Billig-Preise
08.12.2025 Immer mehr Konsumenten greifen zu Weihnachten zu Temu, Shein und Co. Für Händler zeigt die neue YouGov-Analyse, welche Zielgruppen besonders relevant sind und welche Sortimente und Verkaufsformate im Fokus stehen.
Bei den Käufen dominieren Mode und saisonale Artikel. Laut Studie entscheiden sich 44 Prozent für Kleidung, Schuhe oder Accessoires, 37 Prozent für Dekoration. Haushaltswaren, Spielzeug und elektronische Kleingeräte folgen mit jeweils rund einem Fünftel der Nennungen. Die Hälfte der Shopper bleibt dabei unter 100 Euro Einkaufswert; nur fünf Prozent geben mehr als 300 Euro aus.
Bei vielen bleibt die Skepsis
Allerdings belegt die Studie zugleich, dass 73 Prozent der Befragten Weihnachtseinkäufe bei chinesischen Online-Shops ablehnen. Dies hat nicht unbedingt mit mangelnder Bekanntheit, sondern eher mit einer bewussten Entscheidung zu tun: Hauptgründe sind Zweifel an der Produktqualität (45 Prozent), mögliche Gesundheitsrisiken (41 Prozent) und fehlende europäische Sicherheitsstandards (32 Prozent). Ethische Aspekte wie Arbeitsbedingungen und Umweltfragen spielen für 27 Prozent eine Rolle und 23 Prozent wollen bewusst lokale Händler unterstützen.Marktverschiebung im Nonfood-Handel
Die Ergebnisse der Befragung decken sich mit Entwicklungen im YouGov Shopper Panel Non-Food . Während der stationäre Nonfood-Handel im ersten Halbjahr 2025 vier Prozent Umsatzminus verzeichnet, wächst der Online-Bereich um fünf Prozent. Treiber sind eine höhere Einkaufsfrequenz, während die Ausgaben pro Warenkorb sinken.Besonders dynamisch entwickeln sich chinesische Anbieter: Der Anteil der ShopperInnen, die zusätzlich zu etablierten Plattformen wie Amazon , Otto oder eBay auch bei chinesischen Shops bestellen, steigt von 10 auf 17 Prozent. Entgegen verbreiteter Annahmen stellen Babyboomer fast ein Drittel der Temu-Kundschaft.
KundInnen schätzen dabei nicht nur niedrige Preise, sondern laut Studie auch die große Auswahl (71 Prozent), häufige Rabatte (54 Prozent) und den Inspirationsfaktor beim Stöbern (44 Prozent). "Chinesische Anbieter beziehen ihre Stärke nicht allein aus niedrigen Preisen, sondern auch aus Mechaniken wie Auswahlbreite, Rabattfrequenz, innovativen Produkten und einem inspirierenden, schnellen Shopping-Erlebnis", erklärt Christian Koch, Senior Consultant Nonfood bei YouGov. Für HändlerInnen bedeute dies steigenden Druck, bei Transparenz, Qualität und Nachhaltigkeit klare, vertrauensbildende Angebote zu schaffen.
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