Nachhaltigkeit

Knuspr etabliert Upcycling-Kategorie

von Susan Rönisch

30.09.2025 Der Online-Supermarkt Knuspr hat als erster Lebensmittelhändler in Deutschland eine eigene Produktkategorie für Upcycling-Lebensmittel eingeführt. Damit erweitert das Unternehmen sein Nachhaltigkeitsengagement und bietet KundInnen eine Auswahl an Produkten, die aus überschüssigen Rohstoffen oder Nebenprodukten hergestellt werden.

 (Bild: knuspr)
Bild: knuspr
Die Einführung erfolgte pünktlich zur Aktionswoche "Zu gut für die Tonne"  . Ziel ist es, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gleichzeitig nachhaltige Kaufentscheidungen zu erleichtern. Alle Produkte sind im Webshop und in der Knuspr  -App mit dem Label "Upcycling"   gekennzeichnet.

Sortiment mit regionalem Fokus

Zum Start umfasst die Kategorie 57 Produkte, rund die Hälfte davon exklusiv bei Knuspr. Dazu gehören unter anderem Suppen aus überschüssigem Gemüse von Followfood, Backwaren aus Altbrot regionaler Bäckereien sowie pflanzenbasiertes Dönerfleisch aus Reststoffen der Ölproduktion. Auch internationale Anbieter wie die ungarische Marke Secontaste sind vertreten.

Zusammenarbeit mit TransFoodMission

Die neue Kategorie wurde in Kooperation mit dem ungarischen Unternehmen TransFoodMission   entwickelt, das sich auf Forschung und Entwicklung im Bereich Lebensmittelweiterverarbeitung spezialisiert hat. Bereits in Tschechien hat Knusprs Muttergesellschaft Rohlik   ein ähnliches Angebot etabliert und nach eigenen Angaben innerhalb von vier Monaten über sieben Tonnen Lebensmittel gerettet sowie 120.000 Euro Umsatz erzielt.

Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell

Knuspr positioniert die Initiative als Teil seiner Nachhaltigkeitsstrategie. Geschäftsführer Olin Novák betonte, dass die Kategorie KundInnen eine einfache Möglichkeit biete, durch alltägliche Kaufentscheidungen Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und lokale Produzenten zu unterstützen.

Das Marktpotenzial für Upcycling-Lebensmittel gilt als erheblich. Laut Studien soll das weltweite Marktvolumen von 53,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf rund 97 Milliarden US-Dollar bis 2031 steigen. Auch in Deutschland gibt es Handlungsbedarf: Nach Zahlen des Umweltbundesamts entstanden 2022 rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle, wovon der Einzelhandel etwa sieben Prozent verursachte.
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