Schuhe werden seltener gekauft - Sneaker bleiben Wachstumstreiber

von Dominik Grollmann

01.09.2026 Der deutsche Schuhmarkt schrumpft 2026 voraussichtlich auf 9,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig verändert sich das Kaufverhalten: VerbraucherInnen kaufen weniger Schuhe und setzen verstärkt auf vielseitige Modelle wie Sneaker und Loafer.

 (Bild: On-running.com)
Bild: On-running.com
Der deutsche Schuhmarkt wird 2026 voraussichtlich auf 9,3 Milliarden Euro Umsatz zurückgehen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Branchenbericht von IFH Köln   und BBE Handelsberatung   . Nach zwei Jahren rückläufiger Umsätze belasten vor allem die anhaltende Konsumzurückhaltung und veränderte Kaufgewohnheiten die Branche: Verbraucher verkleinern zunehmend ihre Schuhgarderobe.

Preview von Vergleich ausgewählter Warengruppen am Schuhmarkt im Zeitverlauf von 2019 bis 2025

Das Marktzahlen-Archiv ist ein Premium-Service. Werden Sie Premium-Mitglied, um dieses Chart und viele tausend weitere abzurufen.

Jetzt Mitglied werden


Rund 30 Prozent der befragten Verbraucher gaben in den vergangenen zwölf Monaten weniger als 100 Euro für Mode aus, zwölf Prozent verzichteten vollständig auf entsprechende Käufe. Gleichzeitig gewinnen langlebige und vielseitig einsetzbare Schuhe an Bedeutung. Der Trend zu sogenannten Smart-Casual-Modellen verschiebt die Marktanteile innerhalb des Schuhmarktes.

Sneaker holen auf, Sandalen verlieren

Damenschuhe bleiben mit einem Marktanteil von 28,7 Prozent zwar die größte Warengruppe, Sportschuhe folgen mit 26,2 Prozent jedoch dicht dahinter. Vor allem Sneaker profitieren von der Nachfrage nach alltagstauglichen Modellen. Für 2026 rechnen die StudienautorInnen hier trotz einer Normalisierung mit einem Umsatzplus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nach Angaben von Carina Habke, Projektmanagerin am IFH Köln, verlieren saisonale Produkte wie Sandalen dagegen weiter an Bedeutung. Viele Verbraucher setzen stattdessen auf wenige vielseitig kombinierbare Modelle wie Sneaker, Loafer oder sogenannte Sneakerinas.

Weniger Schuhe pro Haushalt

Als weiteren Trend identifiziert die Studie die sogenannte "Wardrobe Rationalization". Verbraucher reduzieren die Zahl ihrer Schuhe und konzentrieren sich auf wenige Allround-Modelle. Davon betroffen sind zunehmend Sport- und Kinderschuhe. Im Segment der Kinderschuhe verschärfen zusätzlich sinkende Geburtenzahlen sowie eine höhere Preissensibilität den Druck. Familien kaufen seltener neue Schuhe oder greifen häufiger auf Secondhand-Plattformen wie Vinted   zurück.

Nach Einschätzung von Peter Frank, Executive Consultant der BBE Handelsberatung, sollten Schuh- und Modehandel künftig enger zusammenarbeiten, um KundInnen wieder stärker für den Kauf von Schuhen und Mode zu begeistern.
alle Optionen Mitglied werden auf neuhandeln

Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: