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Mode- und Schuhhandel 2026: Branchenverband befürchtet "Horrorszenario"

von Dominik Grollmann

10.02.2026 Der Mode- und Schuhhandel blickt auf ein schwaches Jahr 2025 zurück und warnt vor weiteren Verlusten. Der Branchenverband fordert von der Politik spürbare Entlastungen für Konsumenten und Unternehmen. Gleichzeitig sieht er auch den Handel selbst stärker in der Pflicht.

Abenddämmerung? Der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren befürchtet, dass 2026 bei vielen Händlern die Lichter ausgehen könnten. (Bild: Bree)
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Abenddämmerung? Der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren befürchtet, dass 2026 bei vielen Händlern die Lichter ausgehen könnten.
Der Umsatz im deutschen Bekleidungshandel ist 2025 nur minimal gestiegen, teilt der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren   mit. Über alle Vertriebsformen hinweg lag der Umsatz bei 57,14 Milliarden Euro, nach 56,54 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Nominal entspricht das einem Plus von rund einem Prozent. Treiber des Wachstums waren erneut die reinen Online-Modehändler, während der stationäre Bekleidungsfachhandel auf dem Niveau des Vorjahres verharrte. Andere stationäre Formate, etwa Warenhäuser, mussten weitere Rückgänge hinnehmen.

Besonders angespannt ist die Lage bei den Ergebnissen: Laut einer aktuellen BTE-Umfrage schrieb jeder zweite stationäre Bekleidungshändler operativ rote Zahlen. Bei 18 Prozent lag der operative Verlust bei fünf Prozent oder schlechter.

Noch schwieriger stellt sich die Situation im Schuhhandel dar. Das Marktvolumen sank 2025 von 11,66 Milliarden Euro auf 11,48 Milliarden Euro, ein Minus von rund anderthalb Prozent. Stationäre Schuhfachgeschäfte verloren fast vier Prozent Umsatz. Wie im Modehandel konnten ausschließlich die reinen Online-Anbieter zulegen.

Die Ertragslage ist entsprechend angespannt: Rund 67 Prozent der stationären Schuhhändler erzielten ein negatives operatives Ergebnis, bei 37 Prozent lag der Verlust bei mindestens fünf Prozent. "Wenn durchschnittlich deutlich mehr als die Hälfte aller Bekleidungs- und Schuhhändler operative Verluste machen, dann ist das ein wahres Horrorszenario.", sagt BTE-Präsident Mark Rauschen . Die Gefahr sei groß, dass stationäre Versorgungsstrukturen weiter wegbrechen.

Trübe Erwartungen für 2026

Auch der Blick nach vorn fällt verhalten aus. Für 2026 rechnen nur rund 30 Prozent der Bekleidungshändler mit einem nennenswerten Umsatzplus. 34 Prozent erwarten dagegen einen Rückgang von mindestens einem Prozent. Im Schuhhandel sind die Erwartungen noch pessimistischer: Lediglich 16 Prozent der Händler gehen von einem leichten Plus aus, während etwa ein Drittel ein deutliches Minus prognostiziert.

Als Hauptursachen nennen die Händler den schwachen privaten Konsum, hohe Kostenbelastungen und umfangreiche Bürokratie. Hinzu kommen der wachsende Wettbewerb mit asiatischen Plattformen wie Shein   und Temu   sowie der anhaltende Attraktivitätsverlust vieler Innenstädte.

Der BTE fordert von der Politik einen deutlichen Konsumschub, unter anderem durch Steuerentlastungen und niedrigere Energiekosten. "Die Menschen brauchen mehr Geld in ihren Portemonnaies, um es auch bei uns ohne große Sorgen und Überlegungen mit Freude ausgeben zu können.", so Rauschen.

Zugleich verlangt der Verband spürbare Entlastungen für Unternehmen. "Bisher ist bis auf viele Versprechungen wenig umgesetzt bzw. angegangen worden", kritisiert BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels . Besonders problematisch sei, dass deutsche Händler strengen Vorgaben unterlägen, während gleichzeitig millionenfach Billigware aus Asien nahezu unkontrolliert in die Europäische Union gelange.

Appelle richtet der Verband aber auch an die eigene Branche. Händler sollten ihre Geschäftsprozesse weiter optimieren und sich stärker in Werbe- und Citymarketinggemeinschaften engagieren, um die Attraktivität der Innenstädte aktiv mitzugestalten.
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