Künstliche Intelligenz

Wie KI die Produktfotografie killt

von Christian Gehl

23.09.2025 Otto produziert jetzt alle Bilder im Online-Shop mit einem eigenen KI-Tool. Das Hamburger Start-Up Womatics nutzt KI-Fotos für seine Umstandsleggings. Die Technologie zeigt sich verbessert, die Einsparungen sollen hoch sein.

KI-Produktfotos von Otto (Bild: Otto)
Bild: Otto
KI-Produktfotos von Otto
Nach Otto    setzt jetzt auch Womatics   auf KI für Produktfotos in ihrem Online-Shop. Das Hamburger Start-Up ist auf Gels und Leggings für Frauen in den ersten Monaten der Mutterschaft spezialisiert. Fotos für ihre Umstandsleggings produziert Womatics ab sofort nur noch mit KI: "Kein teures Shooting mehr", schreibt Gründerin Thea Broszio auf LinkedIn. "Ein paar Klicks, ein kreativer Prompt und fertig sind hochwertige Bilder, die sich sehen lassen können. Für mein Startup eine echte finanzielle Entlastung!"

Dieselbe Argumentationslinie verfolgt auch Otto, Nr. 2 im deutschen E-Commerce. Alle Fotos für otto.de    entstehen fortan nur noch mit Hilfe eines eigenen KI-Tools. Entwickelt wurde der Virtual Content Creator Movex   von der Otto Group one.O  . Er soll die klassische Modelfotografie vollständig ersetzen.

"Mit dem Virtual Content Creator schlagen wir ein neues Kapitel in der Bildproduktion auf. Diese Technologie ermöglicht es uns, Produkte noch schneller in den Shop zu bringen, unsere Kosten zu senken und gleichzeitig die Qualität und Vielfalt unserer Inhalte zu erhöhen", sagt Otto-CEO Marc Opelt .

Das Tool ermöglicht es Otto, Modelbilder in hochauflösender und fotorealistischer Qualität innerhalb weniger Minuten zu erstellen. Dadurch können fünf Mal mehr Inhalte pro Tag erstellt werden und ganze Kollektionen bereits nach wenigen Stunden online präsentiert werden.

Warum nicht mehr? "Die Zahlen geben einen ersten Einblick in die bisherigen Erfahrungen mit dem Einsatz des neuen Virtual Content Creators. Restriktionen in der Skalierung gibt es nicht - das volle Potential entfaltet sich erst noch: Je vielseitiger und breiter die Nutzung ausgeweitet wird, desto klarer und beeindruckender werden Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen sein", sagt Marcus Müller , Senior Account Manager, Otto Group one.O

Ein weiterer Vorteil ist die Vielfalt der neuen Inhalte. Der Virtual Content Creator erstellt unzählige Kombinationen und Variationen von Outfits und Produkten. "Die Marken liefern uns ihre Produktbilder - wir entwickeln daraus mit Hilfe des Virtual Content Creators authentische Modelbilder, die exakt auf die jeweilige Markensprache zugeschnitten sind", erläutert Dajana Heinze , Expert Digital Content Management bei Otto.

Auf Wunsch können Hersteller und Händler die Bilder auch inhouse produzieren: "Der Virtual Content Creator steht auch für Unternehmen außerhalb der Otto Group zur Verfügung und kann direkt über one.O bezogen werden. So können Hersteller und Händler mit der Plattform KI-generierte Produktbilder gemäß ihren eigenen Vorgaben erstellen", sagt Müller.

Menschen und Kleidung wirken auf den KI-Fotos erstaunlich realistisch. Falten sind an Körpermaße, Pose und Stoffe angepasst. Dahinter steckt ein aufwändiges Training. "Es beginnt bei der Auswahl der LLMs und spezialisierten KI-Systeme, die bereits ein antrainiertes Verständnis für Schwerkraft, Bewegungen, Oberflächen und andere physikalische Aspekte haben", so Müller. "Darauf aufbauend erstellen wir eine Reihe miteinander verzahnter Prompts für den Virtual Content Creator, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Diese basieren auf internen Tests, Erfahrungen aus dem one.O-Innovationsmanagement sowie Kundenfeedback aus der Pilotphase. Die Technologien entwickeln sich rasant weiter - und so wird auch die Plattform stetig neu verfeinert."

Die Produktionskosten will Otto durch die KI-Bilder um bis zu 60 Prozent senken. Ein Tool zur Erstellung von KI-Videos soll in Kürze folgen.
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