Bilanz

Intersport hält Umsatz auf Rekordniveau und treibt Omnichannel-Ausbau voran

von Susan Rönisch

28.01.2026 Intersport Deutschland hat im Geschäftsjahr 2024/25 erneut das hohe Umsatzniveau des Vorjahres erreicht. Der Verbund aus rund 700 selbstständigen Sportfachhändlern erzielte einen Außenumsatz von 3,46 Milliarden Euro. Trotz verhaltener Konsumstimmung und intensivem Wettbewerb hält die Genossenschaft an ihrem Expansions- und Digitalisierungsfahrplan fest.

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Bild: NH-Pressebild unter Creative Commons Lizenz
Der Onlineumsatz über Intersport.de    legte um 19 Prozent zu und entwickelte sich damit besser als der Gesamtmarkt. Die Plattform soll schrittweise zu einer umfassenden Omnichannel-Infrastruktur ausgebaut werden, die Händler, Markenpartner und Endkunden enger vernetzt. Geplant ist unter anderem ein deutlich erweitertes Sortiment sowie neue digitale Services, die kanalübergreifende Kaufprozesse unterstützen. Für angeschlossene Händler bedeutet das zusätzliche digitale Sichtbarkeit, aber auch steigende Anforderungen an Datenqualität, Warenverfügbarkeit und Prozessintegration.

Alexander von Preen, Intersport Vorstand: "Unser Ziel ist ein jährliches, qualitatives Wachstum von im Durchschnitt über 5 Prozent bis 2030" (Bild: Intersport)
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Alexander von Preen, Intersport Vorstand: "Unser Ziel ist ein jährliches, qualitatives Wachstum von im Durchschnitt über 5 Prozent bis 2030"

"Unser Ziel ist ein jährliches, qualitatives Wachstum von im Durchschnitt über 5 Prozent bis 2030. Wir investieren weiter in Effizienz, Service und Expansion - stationär und online. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft des Sportfachhandels", so Dr. Alexander v. Preen, CEO Intersport Deutschland eG. "Im Geschäftsjahr 2024/25 haben wir das qualitative Wachstum unserer Händlerinnen und Händler weiter gestärkt und sind mit dem Erwerb der Beteiligung an der unitex GmbH anorganisch gewachsen.

Expansion mit neuen Formaten

Parallel zum Plattformgeschäft treibt Intersport die stationäre Expansion voran. Bis 2030 sollen 100 neue Standorte entstehen. Im vergangenen Geschäftsjahr kamen zwölf neue Geschäfte hinzu, an vier Standorten wurden Verkaufsflächen deutlich erweitert.

Neben klassischen Fachgeschäften setzt der Verbund verstärkt auf unterschiedliche Flächenformate:
  • Intersport Flagship-Stores im Premiumsegment mit starkem Erlebnis- und Servicefokus
  • Intersport Superstores, ein neues großflächiges Konzept ab 2026 mit Verkaufsflächen ab 2.000 Quadratmetern und stärkerer Preisorientierung

Letzteres richtet sich gezielt an preisbewusstere Zielgruppen sowie Freizeit- und Hobbysportler. Für den Sporthandel signalisiert das eine stärkere Differenzierung der Vertriebskonzepte je nach Standort, Zielgruppe und Kaufkraft.

Investitionen in IT, Logistik und KI

Auch auf der Prozessseite baut Intersport Strukturen aus. Der Rollout eines neuen Warenwirtschaftssystems gilt als abgeschlossen. Zudem investierte die Genossenschaft im vergangenen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben mehr als 18 Millionen Euro am Standort Heilbronn, vor allem in die Erweiterung des automatisierten Zentrallagers, Energieeffizienz und die Weiterentwicklung der Onlineplattform.

Erste KI-Anwendungen werden in der Sortimentsplanung und im Kundenservice getestet. Für angeschlossene Händler könnten sich daraus künftig datengetriebenere Dispositions- und Serviceprozesse ergeben.

Beteiligung an unitex erweitert strategischen Spielraum

Im November 2025 beteiligte sich Intersport Deutschland mit 50 Prozent an der unitex GmbH, einem Verbund mit Schwerpunkt Mode und Lifestyle und über 800 Mitgliedsbetrieben. Die Beteiligung soll neue Sortiments- und Kooperationsmöglichkeiten eröffnen und wird als Teil einer breiter angelegten Portfoliostrategie verstanden. (neuhandeln.de berichtete)

Sortimentsseitig profitiert der Verbund von stabiler Nachfrage in Outdoor-Kategorien sowie vom anhaltenden Running-Boom. Auch neue Wettkampfformate wie HYROX sorgen für zusätzliche Impulse. Gleichzeitig gewinnt der "Sport meets Fashion"-Trend weiter an Bedeutung, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen. Für stationäre Händler bleibt damit die Herausforderung, Beratungskompetenz, Community-Angebote und lokale Events mit digitalen Services zu verbinden - ein Ansatz, den Intersport als Kern seiner Omnichannel-Strategie positioniert.

Im Bereich Nachhaltigkeit verweist Intersport auf Fortschritte bei Energieeffizienz, ESG-orientierter Sortimentssteuerung und Recycling. Ein Pilotprojekt zum Schuhrecycling wurde gestartet und soll ab 2026 deutschlandweit ausgerollt werden.
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