Mode-Handel

Fashionmarkt wächst trotz Konsumflaute leicht

von Susan Rönisch

08.05.2026 Der deutsche Markt für Fashion und Accessoires ist 2025 trotz Konsumzurückhaltung leicht auf 58,5 Milliarden Euro gewachsen. Vor allem Sportbekleidung sorgte zuletzt für Wachstum, gleichzeitig steigt der Druck auf Reatiler durch KI-gestützte Beratung, Secondhandangebote und veränderte Stiltrends.

 (Bild: www.gutemarken.com)
Bild: www.gutemarken.com
Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten beeinflussen das Kaufverhalten der Deutschen weiterhin deutlich. Laut IFH KÖLN   und BBE Handelsberatung    sorgen sich 54 Prozent der KonsumentInnen darum, ihren Lebensstandard langfristig halten zu können. Modekäufe würden deshalb bewusster geplant und häufiger verschoben. Für 2026 prognostizieren die Marktforscher dennoch ein leichtes Wachstum auf 58,8 Milliarden Euro.

Preview von Marktvolumen deutscher Modehandel 2018 bis 2026
Trotz zurückhaltender Konsumstimmung entwickelte sich der Fashionmarkt 2025 stabil und erreichte ein Volumen von 58,5 Milliarden Euro.

Das Marktzahlen-Archiv ist ein Premium-Service. Werden Sie Premium-Mitglied, um dieses Chart und viele tausend weitere abzurufen.

Jetzt Mitglied werden


"Inflation sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten führen dazu, dass KonsumentInnen Mode deutlich bewusster, strategischer und zunehmend saisonunabhängig einkaufen", sagt Lukas Reischmann von der BBE Handelsberatung. Gefragt seien vor allem vielseitig kombinierbare Produkte mit längerem Nutzwert. Gleichzeitig steige der Wettbewerbsdruck durch Entwicklungen wie Agentic Shopping und den wachsenden Secondhandmarkt.

Sportbekleidung wächst weiter - Kinderbekleidung verliert

Unter den Warengruppen entwickelte sich Sportbekleidung seit 2019 mit durchschnittlich 4,8 Prozent Wachstum pro Jahr am stärksten. Die Nachfrage profitiere laut Studie nicht nur von funktionalen Eigenschaften, sondern auch vom Image eines aktiven und gesundheitsbewussten Lebensstils. Berufsbekleidung legte im selben Zeitraum jährlich um durchschnittlich 1,9 Prozent zu, da funktionale und professionelle Styles zunehmend auch privat getragen würden.

Dagegen verliert Kinderbekleidung weiter an Bedeutung. Sinkende Geburtenzahlen wirken sich laut Bericht spürbar auf die Nachfrage und die Umsätze aus.

KI-Beratung verändert den Fashionkauf

Bereits heute nutzen 35 Prozent der KonsumentInnen KI-Chatbots häufiger als klassische Suchmaschinen oder Plattformen. Künstliche Intelligenz dürfte deshalb auch beim Modekauf an Bedeutung gewinnen. KI-gestützte Systeme bieten inzwischen Stilberatung, Produktauswahl und virtuelle Anproben an. Besonders stationäre Händler geraten dadurch unter zusätzlichen Wettbewerbsdruck.

Zudem verändert sich der langjährige Trend rund um Casual- und Sportstyles. Laut IFH KÖLN entwickelt sich der Markt zunehmend in Richtung "Smart Casual". Sneaker würden häufiger durch Loafer oder Ballerinas ersetzt, während hochwertigere Accessoires wieder stärker gefragt seien.

"Reiner Komfort reicht vielen KonsumentInnen nicht mehr aus", erklärt Carina Habke vom IFH KÖLN. Fehlende Individualität werde zunehmend durch bewussteres Kombinieren und gezieltes Styling ersetzt.
alle Optionen Mitglied werden auf neuhandeln

Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

Verwandte Beiträge zu diesem Beitrag
alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: