Umsatz und Ergebnis brechen ein: Douglas rutscht in Verlustzone
13.08.2026 Douglas hat im dritten Quartal 2025/2026 weniger umgesetzt und unter dem Strich einen Verlust geschrieben. Vor allem die schwache Nachfrage in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden belastet das Geschäft; zugleich will der Beauty-Händler den Online-Kanal stärken und sein Filialnetz stärker nach Profitabilität bewerten.
Auch beim operativen Ergebnis fiel der Rückgang deutlich aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank um 45,4 Prozent auf 30,3 Millionen Euro. Bereinigt brach es um 55,1 Prozent auf 29,4 Millionen Euro ein.
Deutschland und Online-Geschäft unter Druck
Douglas führt die Entwicklung unter anderem auf eine schwache Marktdynamik in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sowie einen starken Preiswettbewerb im europäischen Beauty-Handel zurück. Die drei Märkte stehen zusammen für rund 60 Prozent des Geschäfts. Das Segment DACHNL, zu dem neben Deutschland auch Österreich, die Schweiz, Belgien und die Niederlande gehören, verlor im Quartal 2,8 Prozent Umsatz.Der konzernweite Online-Umsatz sank um ein Prozent. Im bereits stark digitalisierten Segment DACHNL, in dem rund 40 Prozent des Umsatzes online erzielt werden, lag das E-Commerce-Geschäft 4,9 Prozent unter Vorjahr. Das Online-Segment Parfumdreams / Niche Beauty verzeichnete einen Umsatzrückgang von 10,4 Prozent. Bei Parfumdreams belasteten laut Douglas zusätzlich temporäre Einschränkungen beim Betrieb des Online-Shops.
Gegenläufig entwickelten sich andere digitale Geschäftsfelder. Die kanalübergreifenden Services legten um 18,2 Prozent zu, das Retail-Media-Geschäft steigerte seinen Umsatz um 24 Prozent. In Zentralosteuropa, Südeuropa und Frankreich wuchsen die Online-Umsätze zweistellig.
Douglas nimmt Filialnetz stärker unter die Lupe
Douglas will auf die zunehmende Verlagerung der Nachfrage ins Internet mit einem stärkeren Fokus auf E-Commerce und das Omnichannel-Einkaufserlebnis reagieren. Gleichzeitig überprüft der Händler sein Filialnetz anhand von Profitabilität und Kundenfrequenz.Vorstandschef Sander van der Laan kündigt insbesondere für Westeuropa eine neue Balance zwischen stationärem und digitalem Geschäft an. Neue Filialen sollen weiterhin selektiv eröffnet werden, vor allem in Osteuropa. Bestehende Geschäfte in Westeuropa will Douglas modernisieren: "Wir sind von unserem Omnichannel-Modell als Erfolgsrezept im Bereich Premium-Beauty überzeugt, werden uns aber künftig noch stärker auf den Online-Kanal konzentrieren. Damit einher geht auch, dass wir unsere Filialen hinsichtlich unserer Profitabilitätsziele kritisch überprüfen. Wir werden weiterhin selektiv neue Filialen erö?nen - in erster Linie in Osteuropa - und bestehende Geschäfte in Westeuropa modernisieren. Gerade in Westeuropa, wo die Verlagerung in Richtung Online-Geschäft den größten absoluten Impact hat, schärfen wir unsere Balance zwischen dem digitalen und stationären Geschäft gezielt nach, um das Einkaufsverhalten der Kundinnen und Kunden möglichst tre?sicher abzubilden", so van der Laar.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres stieg der Konzernumsatz noch um 0,5 Prozent auf 3,61 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis brach allerdings um 89,1 Prozent auf 17,6 Millionen Euro ein. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank um neun Prozent auf 577,3 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr bestätigt Douglas seine Prognose. Erwartet werden ein Umsatzwachstum zwischen null und einem Prozent auf 4,58 bis 4,63 Milliarden Euro sowie eine bereinigte Marge beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 15 Prozent.
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