Mittels KI-Agent: Zalando will Produkte fremder Shops verkaufen
03.11.2026 Zalando erweitert sein Plattformgeschäft: Künftig sollen KundInnen auch Produkte von Online-Shops kaufen können, die bislang nicht zum Sortiment des Modehändlers gehören. Die Bestellungen soll ein KI-Agent übernehmen. Gleichzeitig wächst das Geschäft mit Dienstleistungen für andere Händler deutlich schneller als der Konzern insgesamt.
Die technische Abwicklung soll ein eigener KI-Agent übernehmen, der die Produkte im Auftrag der Kunden bei den jeweiligen Händlern kauft. Nach Angaben von Zalando sind dafür weder aufwendige technische Integrationen noch Änderungen an der Logistik der angeschlossenen Online-Shops erforderlich. Zudem sollen Händler ihre Produkte über das Retail-Media-Angebot von Zalando bewerben können.
Als erster Pilotpartner beteiligt sich der Online-Möbelhändler Westwing . Die Kooperation ist bereits angelaufen. Ab 2027 soll der KI-Agent Bestellungen von Westwing-Produkten direkt innerhalb der Zalando-App ermöglichen. Langfristig will Zalando auf diesem Weg weitere Sortimente erschließen, die über das bisherige Angebot hinausgehen.
Geschäft mit anderen Händlern wächst um fast 28 Prozent
Parallel zum Ausbau der Einkaufsplattform gewinnt das Geschäft mit Dienstleistungen für andere Händler an Bedeutung. Im dritten Quartal 2026 steigerte Zalando seinen Umsatz im Geschäft mit Unternehmenskunden um knapp 28 Prozent auf 354 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis hat sich mit 42 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert von rund 20 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich von 7,1 auf 11,9 Prozent.Zum Geschäft gehören unter anderem die Logistikdienstleistungen von ZEOS , die Marktplatzanbindung über Tradebyte und die Shopsoftware von Scayle . Letztere gewann neue Unternehmenskunden in den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Im Logistikgeschäft kamen unter anderem Lascana , LC Waikiki und Champion hinzu.
Auch das klassische Plattformgeschäft entwickelte sich positiv. Der Anteil des Partnergeschäfts am Bruttowarenvolumen im Endkundensegment stieg um 2,9 Prozentpunkte auf 33,6 Prozent. Bis 2028 will Zalando diesen Anteil auf 40 bis 50 Prozent erhöhen. Die Umsätze mit Retail Media legten um knapp 18 Prozent zu und erreichten einen Anteil von zwei Prozent am Bruttowarenvolumen des Endkundengeschäfts.
Konzernumsatz steigt auf 3,2 Milliarden Euro
Insgesamt erhöhte Zalando seinen Konzernumsatz im dritten Quartal um 5,1 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro. Das Bruttowarenvolumen wuchs um 7,5 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich um 10,6 Prozent auf rund 107 Millionen Euro. Unter dem Strich verbuchte der Konzern allerdings einen Nettoverlust von 18 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 12,5 Millionen Euro angefallen war.Die Zahl der aktiven KundInnen stieg um 2,9 Prozent auf 63,2 Millionen. Die durchschnittlichen Ausgaben je KundIn erhöhten sich ebenfalls um 2,9 Prozent auf 308 Euro. Das Partnergeschäft und Retail Media verzeichneten jeweils zweistellige Wachstumsraten.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Zalando seine bisherige Prognose. Demnach sollen Umsatz und Bruttowarenvolumen in der unteren Hälfte einer Wachstumsspanne von zwölf bis 17 Prozent liegen. Beim bereinigten operativen Ergebnis rechnet der Konzern weiterhin mit 680 bis 720 Millionen Euro.
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