B2B-Commerce: Jeder zweite Händler hält seine IT für zu starr
05.11.2026 Künstliche Intelligenz soll den B2B-Commerce grundlegend verändern. Doch viele Hersteller und Großhändler kämpfen mit veralteten Systemlandschaften, die neue Anwendungen erschweren. Eine aktuelle Studie zeigt, welche Technologieentscheidungen Unternehmen heute bereuen und warum modulare Shopsysteme an Bedeutung gewinnen.
Die Untersuchung zeigt zudem, dass viele Hersteller und Großhändler frühere Technologieentscheidungen kritisch bewerten. So räumen 60 Prozent der Befragten ein, Software in der Vergangenheit zu stark nach einzelnen Funktionen ausgewählt zu haben, statt die langfristige Eignung der zugrunde liegenden Architektur zu berücksichtigen. Besonders häufig bereuen Unternehmen die Abhängigkeit von einzelnen Softwareanbietern (34 Prozent), einen hohen Integrationsaufwand (33 Prozent) und individuelle Anpassungen, die heute Updates erschweren oder verhindern (31 Prozent).
Modulare Shopsysteme gewinnen an Bedeutung
Bei einer vollständigen Neuaufsetzung ihrer E-Commerce-Architektur würde sich inzwischen jedes zweite befragte Unternehmen (50 Prozent) für ein modulares System entscheiden. Ein solches System kombiniert verschiedene Softwarekomponenten über Schnittstellen, statt sämtliche Funktionen über eine zentrale Komplettlösung abzubilden. Ein All-in-One-System würden dagegen 36 Prozent bevorzugen.Allerdings ist der modulare Ansatz nicht unumstritten: 56 Prozent der Befragten schreckt die damit verbundene Komplexität ab. Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, ihre Systeme flexibler zu gestalten, ohne gleichzeitig den technischen und organisatorischen Aufwand zu stark zu erhöhen.
KI und Automatisierung bestimmen die Zukunft
Als wichtigsten Trend für die kommenden fünf Jahre nennen 61 Prozent der befragten Unternehmen künstliche Intelligenz und Automatisierung. Dahinter folgen digitale Souveränität und Datenhoheit (42 Prozent), Nachhaltigkeit und neue Geschäftsmodelle (37 Prozent), Marktplätze und neue Vertriebskanäle (34 Prozent) sowie Composable Commerce (31 Prozent).Die Modernisierung digitaler Vertriebskanäle wird dabei von mehreren Faktoren angetrieben. An erster Stelle stehen Kostendruck und Effizienzzwang (82 Prozent), gefolgt vom zunehmenden Wettbewerb (79 Prozent), der steigenden Marktreife künstlicher Intelligenz (78 Prozent) und dem Fachkräftemangel (75 Prozent).
Auch die Erwartungen der Geschäftskunden verändern sich. So berichten 70 Prozent der befragten Hersteller und Großhändler, dass ihre Kunden zunehmend direkt aus digitalen Informationsangeboten heraus bestellen möchten. Produktinformationen, Beratung und Bestellmöglichkeiten müssen deshalb enger miteinander verzahnt werden.
Architekturfrage bei strategischen Technologieentscheidungen zunehmend an Bedeutung.
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