Sanicare beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung
24.07.2026 Sinkende Umsätze und hohe Investitionen in Technik und Logistik bringen Sanicare erneut in finanzielle Schwierigkeiten. Das Versandgeschäft der Online-Apotheke soll während der Sanierung ohne Einschränkungen weiterlaufen.
Die operative Verantwortung bleibt damit bei der bisherigen Geschäftsführung. Diese soll den Sanierungsprozess unter Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters steuern und in den kommenden Wochen ein Restrukturierungskonzept ausarbeiten.
Technik- und Logistikinvestitionen belasten
Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt das Unternehmen rückläufige Umsätze und hohe Investitionen in die technische Infrastruktur. Vor allem die Modernisierung der Logistik und weitere Digitalinvestitionen hätten die Ertragslage belastet.Im Zuge der Sanierung sollen nun die Kostenstrukturen gestrafft und die Profitabilität verbessert werden. Der Geschäftsbetrieb werde während des Verfahrens vollständig fortgeführt. Lieferfähigkeit, Kundenservice und die Zusammenarbeit mit Herstellern, Lieferanten und Apothekenpartnern sollen bestehen bleiben.
Die geschäftsführenden Gesellschafter Christoph Bertram und Heinrich Meyer betonen, dass es sich um ein Sanierungsverfahren und nicht um eine klassische Regelinsolvenz handele.
Zweite Insolvenz innerhalb von 14 Jahren
Sanicare war bereits im Jahr 2012 insolvent. Nach einer Übernahme und Restrukturierung entwickelte sich das Unternehmen erneut zu einem bedeutenden Anbieter im deutschen Arzneimittelversand.Der Wettbewerb unter den Online-Apotheken hat sich zuletzt verschärft. Neben hohen Anforderungen an IT, Logistik und KundInnenservice setzen insbesondere international tätige Versandapotheken deutsche Anbieter unter Druck.
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