Filialnetze unter Druck: Insolvenzen dünnen den deutschen Einzelhandel aus
28.07.2026 Internationale Marken drängen in deutsche Innenstädte und Einkaufszentren, während etablierte Händler ihre Filialnetze verkleinern oder vollständig vom Markt verschwinden. Das EHI gibt einen deutschlandweiten Überblick zum 1. Halbjahr 2026.
Die meisten neuen Handelskonzepte stammen aus dem Ausland und eröffnen bevorzugt in hochfrequentierten Innenstädten und Einkaufszentren großer Städte. Das Spektrum reicht von Möbeln und Mode über Kosmetik bis zu Sportartikeln und Gastronomie. Vereinzelt bauen zudem bislang vorwiegend online aktive Händler eigene stationäre Standorte auf.
Internationale Konzepte expandieren
Zu den neuen Anbietern auf dem deutschen Markt gehören die Einrichtungshändler Møbelkompagniet und Tikamoon , die Schuhmarke Flabelus sowie der Modeanbieter Selected . Im Kosmetiksegment ist Maria Galland hinzugekommen.
Weitere Markteintritte verzeichnet der Monitor mit der Dekorationsmarke Baobab Collection , dem Outdoor-Anbieter Yeti und dem niederländischen Gastronomiekonzept Zusje . Bath & Body Works plant unterdessen weitere Filialen in Deutschland.
Depot schließt weitere 66 Filialen
Gleichzeitig geraten bestehende Handelsunternehmen weiter unter wirtschaftlichen Druck. Der Dekohändler Depot will im Zuge seiner zweiten Insolvenz weitere 66 Filialen schließen. Damit sollen nur noch rund 80 Standorte erhalten bleiben. Bereits im Insolvenzverfahren des Jahres 2024 war das Netz von etwa 400 auf rund 150 Filialen reduziert worden.
Auch die Hellweg-Gruppe , zu der die BayWa Bau- und Gartenmärkte und das Gartencenter Augsburg gehören, befindet sich in einem Insolvenzverfahren. Der Fall verdeutlicht den anhaltenden Kostendruck im Baumarkt- und Gartencentersegment.
Der regionale Lebensmittelhändler Feneberg beantragte Anfang 2026 ein Schutzschirmverfahren. Im Zuge der Sanierung prüft das Unternehmen auch Veränderungen seines Filialnetzes.
Marke bleibt, Filialen verschwinden
Mehrere Insolvenzverfahren konnten im ersten Halbjahr abgeschlossen werden. Der Nonfood-Discounter Pepco verkleinerte sein deutsches Filialnetz von etwa 65 Standorten um nahezu die Hälfte. Auch das Verfahren der Parfümerie Pieper wurde beendet.
Der Modehändler Wormland und der Heimausstatter Hammer verschwanden dagegen vollständig vom Markt. Der Herrenbekleidungshersteller Eterna wurde aufgelöst und schloss seine rund 40 deutschen Filialen. Die Marke bleibt durch die Übernahme durch Olymp erhalten.
Der Handelsmonitor erfasst halbjährlich Markteintritte, Insolvenzen und Veränderungen von Filialnetzen auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen. Die Herausgeber weisen darauf hin, dass die Zusammenstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

