Neue Kreditregeln: BNPL wird gebremst, Rechnung bleibt verschont
20.04.2026 Wer im Online-Shop auf Rechnung oder in Raten kauft, muss sich ab Herbst auf strengere Prüfungen einstellen. Die Reform soll VerbraucherInnen besser vor Überschuldung schützen, ohne den Checkout komplett auszubremsen. Für Händler bleibt vor allem der Rechnungskauf in vielen Fällen weiterhin unkompliziert nutzbar.
Für den Händler bedeutet das vor allem: Zahlungsarten mit Zahlungsaufschub werden künftig häufiger wie klassische Kredite behandelt. Anbieter müssen vor Vertragsabschluss die Kreditwürdigkeit prüfen, auch bei kleineren Beträgen. Das kann spontane Käufe erschweren und den Checkout-Prozess komplexer machen.
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig bewerten die Reform als wichtigen Schritt im Verbraucherschutz. Die neuen Regeln setzen eine EU-Richtlinie um und sollen ab dem 20. November 2026 gelten.
Rechnungskauf bleibt für Händler zentral
Eine für Händler zentrale Änderung betrifft den Rechnungskauf: Dieser wird nach Anpassungen im Gesetz in deutlich mehr Fällen nicht als Kredit gewertet. Damit bleibt eine der wichtigsten Zahlungsarten im deutschen Online-Handel weiterhin vergleichsweise einfach nutzbar.Der bevh begrüßt diese Ausnahmen ausdrücklich. Alien Mulyk , Geschäftsführerin Public Affairs beim Branchenverband, erklärt: "Das neue Gesetz stärkt den Verbraucherschutz, ohne die Checkout-Erfahrung übermäßig zu erschweren. Ein Erfolg ist, dass der Kauf auf Rechnung, anders als ursprünglich geplant, in deutlich mehr Fällen nicht mehr als Kredit gewertet wird."
Aus Händlersicht reduziert das mögliche negative Effekte auf Conversion und Kaufabbrüche. Gleichzeitig bleibt der Rechnungskauf als vertraute und risikoarme Zahlungsart für viele KundInnen erhalten.
Mehr Regulierung für BNPL - Risiken im Fokus
Strenger wird es dagegen für klassische "Buy now, pay later"-Angebote. Diese fallen künftig umfassender unter die Verbraucherkreditregeln. Hintergrund ist laut BaFin ein wachsendes Risiko: Viele Nutzer verlieren bei mehreren kleinen Finanzierungen den Überblick über ihre Ausgaben.Die Reform schließt gezielt Lücken, etwa bei Kleinstkrediten unter 200 Euro oder sehr kurzen Laufzeiten. Auch bei Zahlungsschwierigkeiten werden Kreditgeber stärker in die Pflicht genommen, zunächst Lösungen wie Stundungen anzubieten, bevor sie härtere Maßnahmen ergreifen.
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