Verpackung

Mehrweg statt Abfall: Memo und Sykell erhalten Blauen Engel

von Dominik Grollmann

10.02.2026 Zwei Unternehmen erhalten das Umweltzeichen Blauer Engel für Mehrwegsysteme, die Verpackungsabfälle reduzieren sollen. Das Siegel soll Händlern wie Verbrauchern Orientierung bei nachhaltigen Alternativen geben.

 (Bild: RAL gGmbH)
Bild: RAL gGmbH
Der Versandhändler Memo und der Verpackungsoptimierer Sykell dürfen ab sofort das Umweltzeichen Blauer Engel führen, teilt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit   mit. Ausgezeichnet wurden Mehrwegsysteme der beiden Unternehmen, die im Versandhandel und in der Gastronomie Verpackungsmüll einsparen sollen.

Der Blaue Engel wird seit fast 50 Jahren von der Bundesregierung vergeben und gilt als eines der bekanntesten Umweltzeichen in Europa. Das Öko-Label erhalten Produkte, die besonders umweltfreundlich hergestellt werden oder wenig bis keine Schadstoffe enthalten. Die Prüfung können Unternehmen selbst anstoßen, über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury mit VertreterInnen aus Umweltverbänden, Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen.

Mehrweg statt Einweg im Versandhandel

Der Onlinehändler memo   erhält den Blauen Engel für die sogenannte memo Box, eine Mehrwegalternative zu klassischen Pappkartons im Versand. Ziel ist es, Verpackungsabfälle bei der Zustellung von Waren zu reduzieren. Memo vertreibt Büro- und Schulartikel sowie Haushaltswaren und gibt an, ökologische und sozialverträgliche Produkte zum Kern des eigenen Geschäftsmodells zu zählen.

Für Händler ist der Ansatz vor allem vor dem Hintergrund steigender Verpackungskosten und wachsender regulatorischer Anforderungen interessant. Mehrwegsysteme im Versand könnten langfristig helfen, Materialverbrauch und Entsorgungsaufwand zu senken.

Auch Sykell   wurde mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Das Unternehmen bietet Mehrwegbehälter für die Gastronomie an, die Einwegprodukte wie kunststoffbeschichtete Pappbecher oder -schalen ersetzen sollen. Die Behälter können an herkömmlichen Pfandautomaten in Supermärkten zurückgegeben werden.

Sykell verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel eines zirkulären Konsums, bei dem Materialien möglichst häufig wiederverwendet werden. Für Gastronom und Handelsunternehmen sind solche Systeme insbesondere im Hinblick auf die seit 2023 geltende Mehrwegpflicht relevant.

Verpackungsmüll bleibt zentrales Problem

Der Blaue Engel dient nicht nur als Marketinginstrument für Unternehmen, sondern soll vor allem Verbrauchern beim Erkennen nachhaltiger Produktalternativen unterstützen. Er soll die Kaufentscheidung erleichtern und umweltfreundlichere Optionen sichtbarer machen.

Der Handlungsdruck ist hoch: Deutschland produzierte zuletzt den meisten Verpackungsmüll in der Europäischen Union. Nach Zahlen von Destatis   fielen 2021 pro Kopf 237 Kilogramm Verpackungsabfall an. Der EU-Durchschnitt lag bei rund 189 Kilogramm. Laut Umweltbundesamt   wurden 2022 etwa zwei Drittel des Verpackungsabfalls recycelt. Seit dem 1. Januar 2023 sind Gastronomie und Supermärkte verpflichtet, Mehrwegverpackungen für Speisen und Getränke zum Mitnehmen anzubieten. Ob diese Angebote genutzt werden, bleibt jedoch eine Entscheidung der Verbraucher.
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