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MediaMarktSaturn will Marktplatz-Umsatz verdoppeln

von Dominik Grollmann

14.07.2026 MediaMarktSaturn setzt für die kommenden Jahre vor allem auf margenstarke Geschäfte jenseits des klassischen Elektronikhandels. Marketplace, Retail Media, Services und Angebote für Handelspartner sollen bis 2028/29 mehr als die Hälfte des Bruttoertrags liefern.

Bei MediaMarktSaturn soll vor allem das Marktplatz-, Online- und Service-Geschäft wachsen (Bild: MediaMarktSaturn)
Bild: MediaMarktSaturn
Bei MediaMarktSaturn soll vor allem das Marktplatz-, Online- und Service-Geschäft wachsen
Die MediaMarktSaturn   -Mutter Ceconomy   will ihr bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern bis zum Geschäftsjahr 2028/29 um 60 Prozent auf 800 Millionen Euro steigern. Der Nettoumsatz soll auf rund 24 Milliarden Euro und der freie Mittelzufluss auf etwa 300 Millionen Euro wachsen.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet der Konzern ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 500 Millionen Euro. Damit hätte Ceconomy den Wert innerhalb von drei Jahren gegenüber 2022/23 mehr als verdoppelt. Mehr als 40 Prozent des Bruttoertrags erzielt das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen außerhalb des klassischen Handelsgeschäfts.

Marketplace soll auf 1,9 Milliarden Euro wachsen

Den Umsatz des MediaMarktSaturn Marketplace    will der Konzern von voraussichtlich 800 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025/26 auf 1,9 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2028/29 steigern. Dazu soll der Marktplatz in weitere Länder expandieren und das Fulfillment-Angebot für angeschlossene Händler erweitert werden.

Auch das Servicegeschäft soll weiter zulegen. Der Bruttoertrag aus Services und Lösungen soll von voraussichtlich 1,4 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025/26 auf 1,65 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2028/29 steigen. Dazu zählen unter anderem Installation, Reparatur, Rücknahme gebrauchter Geräte sowie Refurbished-Angebote.

Aus dem bisherigen Flächenangebot für Markenpartner soll zudem ein umfassenderes Retail-as-a-Service-Modell entstehen. MediaMarktSaturn will Partnern neben Verkaufsflächen auch Logistik, Personal, Beratung und datenbasierte Auswertungen anbieten. Der damit erzielte Bruttoertrag soll bis 2028/29 von 50 Millionen Euro auf 90 Millionen Euro wachsen.

Retail Media übertrifft bisherige Ziele

Besonders stark entwickelt sich nach Angaben des Unternehmens das Retail-Media-Geschäft   . Dessen Bruttoertrag soll im Geschäftsjahr 2025/26 rund 150 Millionen Euro erreichen und damit mehr als dreimal so hoch ausfallen wie ursprünglich geplant. Bis 2028/29 peilt der Konzern 230 Millionen Euro an.

Auch Eigenmarken sollen stärker zum Ergebnis beitragen. In aktiv bearbeiteten Kategorien wie Zubehör und Kleingeräten liegt ihr Anteil bereits bei rund elf Prozent. Über das gesamte Sortiment hinweg strebt MediaMarktSaturn bis 2028/29 einen Anteil von sieben Prozent einschließlich wiederaufbereiteter Produkte an.

Insgesamt sollen die Wachstumsfelder bis dahin mehr als 50 Prozent des Bruttoertrags erwirtschaften. Derzeit liegt ihr Anteil bei 44 Prozent. Gleichzeitig will das Unternehmen jährlich rund 350 Millionen Euro in Technologie und Logistik investieren.

JD.com soll Technologie und Logistik beisteuern

Zusätzliche Ergebnisbeiträge erwartet Ceconomy aus der geplanten Partnerschaft mit JD.com  . Der chinesische Handels- und Technologiekonzern soll MediaMarktSaturn Zugang zu seiner Handelsarchitektur, Technologie und Logistikinfrastruktur verschaffen. Die eigenen Systeme, Kundendaten und die europäische IT-Architektur sollen laut Ceconomy unabhängig bleiben.

Nach Freigaben in Frankreich, Italien und Deutschland rechnet das Unternehmen mit den noch ausstehenden regulatorischen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte 2026. Die erwarteten Synergien aus der Partnerschaft sind bereits in das Ergebnisziel für 2028/29 eingerechnet.

Ceconomy stellt seine Strategie künftig unter das Leitmotiv "Moments of Trust". Dazu gehören persönliche Beratung in mehr als 1.000 Märkten, künstliche Intelligenz bei der Produktauswahl, Lieferungen innerhalb von 90 Minuten sowie Services über den gesamten Produktlebenszyklus. Konzernchef Remko Rijnders betont dabei die Rolle der Beschäftigten: "Künstliche Intelligenz macht sie dabei besser, ersetzt sie jedoch nicht."
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