Mister Spex: Online-Umsatz bricht ein, EBITDA steigt deutlich
14.08.2026 Omnichannel-Händler Mister Spex hat im ersten Halbjahr 2026 das bereinigte EBITDA um 65 Prozent auf 3,8 Millionen Euro gesteigert, obwohl der Konzernumsatz um zehn Prozent und der Online-Umsatz um 20 Prozent zurückgingen. Das stationäre Geschäft legte dagegen um zehn Prozent zu. Gleichzeitig lagert der Omnichannel-Optiker Produktion und Logistik an externe Partner aus.
Der durchschnittliche Bestellwert stieg um elf Prozent auf 119 Euro. Dazu hätten unter anderem das Premium-Glasportfolio und das Abonnementmodell Mister Spex Switch beigetragen. Gleichzeitig sank die Zahl der Bestellungen um 16 Prozent auf 719.000 und die Zahl der aktiven KundInnen um 22 Prozent auf rund 1,03 Millionen.
Online-Umsatz sinkt um 20 Prozent
Der Konzernumsatz ging im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 87,9 Millionen Euro zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Online-Segment aus: Hier sanken die Erlöse um 20 Prozent auf 52,8 Millionen Euro. Im zweiten Quartal lag der Online-Umsatz mit 28,3 Millionen Euro 21 Prozent unter dem Vorjahreswert.Trotzdem verbesserte sich das bereinigte EBITDA im Online-Segment im ersten Halbjahr von 0,9 auf 3,8 Millionen Euro. Im zweiten Quartal stieg es von 0,3 auf 2,8 Millionen Euro. Neben der geringeren Rabattintensität wirkte sich auf den Umsatz auch die Schließung von fünf internationalen Online-Shops in der zweiten Jahreshälfte 2025 aus.
Das stationäre Geschäft entwickelte sich gegenläufig. Der Offline-Umsatz stieg im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 35,1 Millionen Euro, flächenbereinigt um drei Prozent. Zum Wachstum trugen sechs übernommene Optikgeschäfte sowie Neueröffnungen in Berlin und Hamburg bei. Der Offline-Umsatz mit Korrektionsbrillen legte um zwölf Prozent zu.
Mister Spex gibt Produktion und Logistik ab
Mister Spex hat zudem die Auslagerung von Produktion und Logistik eingeleitet. Rodenstock soll künftig verkaufsfertige Korrektionsbrillen und Sonnenbrillen mit Sehstärke produzieren. Arvato übernimmt wesentliche Logistik- und Fulfillment-Leistungen. Der bisherige Produktions- und Logistikstandort in Berlin-Spandau soll Ende 2026 schließen. Arvato hatte bereits angekündigt, ab September zentrale Logistikprozesse für Mister Spex in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz zu übernehmen.Damit will Mister Spex seine Fixkosten reduzieren und zusätzliche Kapazitäten für künftiges Wachstum nicht mehr selbst aufbauen. Vorstandschef Tobias Krauss richtet das Unternehmen nach Angaben der PM auf ein datengetriebenes Omnichannel-Modell mit einer stärker auf externe Partner gestützten Struktur aus.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Mister Spex seine Prognose. Erwartet wird ein Umsatz zwischen dem Vorjahresniveau und einem Rückgang von zehn Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge soll zwischen Break-even und einem mittleren einstelligen Prozentwert liegen.
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