Übernahme

EU genehmigt MediaMarktSaturn-Übernahme - auch Konkurrenz soll profitieren

von Dominik Grollmann

03.11.2026 Der chinesische Onlinehandelskonzern JD.com darf die Elektronikhandelsketten MediaMarkt und Saturn übernehmen. Die EU-Kommission hat der milliardenschweren Übernahme zugestimmt, allerdings unter Auflagen: Auch konkurrierende Händler sollen Zugang zu den Logistik- und Technologiedienstleistungen des chinesischen Konzerns erhalten.

 (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
Die EU-Kommission   hat die Übernahme der deutschen MediaMarktSaturn   -Muttergesellschaft Ceconomy   durch den chinesischen Onlinehandelskonzern JD.com   genehmigt. Die Zustimmung ist allerdings an umfangreiche Auflagen geknüpft, die mögliche Wettbewerbsverzerrungen durch chinesische Staatssubventionen verhindern sollen. Das berichtet die Financial Times  . Der Kaufpreis liegt bei rund 2,2 Milliarden Euro.

Damit ist eine entscheidende Hürde für die Übernahme des deutschen Elektronikhändlers genommen. JD.com erhält durch den Kauf Zugriff auf ein europaweites Handelsnetz mit mehr als 1.000 Filialen sowie auf die Onlineshops und Marktplatzaktivitäten von MediaMarkt und Saturn. Der chinesische Konzern will seine internationale Expansion vorantreiben und dabei insbesondere seine Kompetenzen in Logistik und Technologie einbringen.

Auch konkurrierende Händler sollen profitieren

Die EU-Kommission hatte die Übernahme zunächst kritisch geprüft. Hintergrund waren mögliche staatliche Subventionen aus China, darunter vergünstigte Finanzierungen, Steuererleichterungen und Zuschüsse. Die Wettbewerbshüter befürchteten, dass JD.com dadurch nicht nur einen höheren Kaufpreis bieten, sondern nach der Übernahme auch seine Marktposition gegenüber europäischen Wettbewerbern ausbauen könnte.

Um diese Bedenken auszuräumen, hat sich JD.com zu mehreren Maßnahmen verpflichtet. So muss der Konzern seine Logistik- und Technologiedienstleistungen auch anderen Handelsunternehmen zu vergleichbaren Konditionen anbieten wie MediaMarktSaturn. Zudem müssen Finanzierungen und andere konzerninterne Geschäfte zu marktüblichen Bedingungen erfolgen. Damit soll verhindert werden, dass die europäischen Handelsaktivitäten durch staatlich begünstigte Finanzmittel quersubventioniert werden.

Die Verpflichtungen gelten für einen Zeitraum von zehn Jahren. Ein unabhängiger Treuhänder soll überwachen, ob JD.com die Auflagen einhält.

Übernahme soll in Kürze abgeschlossen werden

Mit der Entscheidung endet eine mehrmonatige Prüfung nach der europäischen Verordnung über drittstaatliche Subventionen. Die Regelung soll verhindern, dass Unternehmen durch staatliche Unterstützung aus Ländern außerhalb der Europäischen Union ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile erhalten. Die Übernahme von Ceconomy ist der erste chinesische Unternehmenskauf in Europa, der nach dieser Verordnung geprüft wurde.

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen sind die Bedingungen für das Übernahmeangebot inzwischen erfüllt. Der Abschluss der Transaktion wird in den kommenden Tagen erwartet. Für MediaMarktSaturn eröffnet die Übernahme den Zugang zur Logistik- und Technologieinfrastruktur von JD.com. Welche Auswirkungen dies auf das Sortiment, die Liefergeschwindigkeit und die Marktplatzstrategie des Elektronikhändlers haben wird, bleibt abzuwarten.
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