Zoll

Otto-Chef Marc Opelt begrüßt Entscheidung zur Zollfreigrenze

von Sebastian Halm

19.11.2025 Der CEO fordert aber auch ein schnelleres Handeln.

 (Bild: Sebastian Halm/ChatGPT)
Bild: Sebastian Halm/ChatGPT
Die Europäische Union will den massenhaften Import extrem günstiger Kleinsendungen aus Drittstaaten eindämmen und hebt die Zollfreigrenze für Pakete unter 150 Euro früher als geplant auf. Nach Angaben mehrerer Medien sollen erste Maßnahmen bereits 2026 greifen, statt wie ursprünglich vorgesehen erst 2028. Die Abschaffung betrifft vor allem Händler wie Shein oder Temu, deren Pakete bislang zollfrei an europäische Verbraucherinnen und Verbraucher geliefert werden konnten.

Der Vorstandschef von Otto   , Marc Opelt, sieht in dem Beschluss einen lange überfälligen Schritt und begrüßt die stärkere Regulierung auf Linkedin   ausdrücklich: "Zu lange haben Wettbewerber aus Fernost regulatorische Schlupflöcher genutzt, um den europäischen Markt mit Waren zu überschwemmen, die vielfach nicht mit europäischen Standards und Rechtsprechungen vereinbar sind", so Opelt. Für den Konzern sei der Beschluss auch ein Signal, dass Grundsätze wie Verbraucherschutz und fairer Wettbewerb wieder stärker in den Fokus rücken.

"Als Otto stehen wir seit jeher für ein faires Miteinander, transparente Regeln und nachhaltiges Wachstum. Die nun beschlossene Reform schafft endlich mehr Chancengleichheit für alle Marktteilnehmer international", betont Opelt weiter.

Trotz der begrüßten Reform zeigt sich Opelt kritisch gegenüber dem Tempo der EU-Agenda. "Trotz aller Komplexität ist fraglich, warum erste Anpassungen erst 2026 umgesetzt werden. Gerade angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich Marktbedingungen verändern, wären schnellere Schritte und nachvollziehbare Regelungen wünschenswert", so der CEO.

Er mahnt zudem an, dass eine klar geregelte und effiziente Kontrolle der Paketmengen entscheidend sein wird: "Ich hoffe, dass wir zumindest auf Ebene der Mitgliedsstaaten schon früher handlungsfähig sind, um den Standort Europa und den Verbraucherschutz zu stärken", sagt Opelt.

Hintergrund: EU reagiert auf wachsenden politischen Druck

Die Finanzminister der EU-Staaten hatten sich zuletzt darauf verständigt, die Zollbefreiung für direkt an Konsumenten gelieferte Pakete abzuschaffen und bis 2026 eine Übergangslösung zu erarbeiten. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic bezeichnete frühere Zeitpläne als "mit der Dringlichkeit der Lage unvereinbar" und forderte eine sofortige Korrektur der Wettbewerbsverzerrungen.

Zusätzlich plant die Europäische Union ab 2026 eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro pro Kleinsendung. Auch Wirtschaftsverbände wie der Deutsche Mittelstandsverbund begrüßten die Entscheidung als notwendigen Schritt, mahnten aber eine Stärkung der Zollbehörden an.

Für europäische Händler bedeutet die Reform eine potenzielle Entlastung im Wettbewerb, allerdings bleibt offen, wie schnell und effektiv die neuen Regeln greifen. Opelt setzt klar darauf, dass die Politik schneller nachzieht, als es der aktuelle Zeitplan vorsieht.
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