DHL erlaubt KI-Kontrolle gegen Paketflut von Temu & Co.
11.05.2026 Seit Jahren beschweren sich europäische Onlineshops, dass Temu und andere chinesische Billigmarktplätze ihren Waren falsch deklarieren und sich so den Zoll sparen. DHL will hier nun mit KI dagegen vorgehen, dass Waren falsch deklariert werden.
Bisher erforderte die korrekte Beschreibung von Sendungsinhalten fundiertes Fachwissen und eine sorgfältige Formulierung. Durch die Integration von KI direkt in den Buchungsprozess entfällt diese Hürde: Die Datenqualität steigt, Verzögerungen werden reduziert und der Versand wird insgesamt einfacher und zuverlässiger.
Für die Nutzung genügt es, den zu versendenden Artikel mit einem Smartphone oder einem anderen Gerät zu fotografieren. Das System analysiert das Bild serverseitig, erkennt den Gegenstand und erstellt innerhalb weniger Sekunden eine strukturierte, zollkonforme Beschreibung gemäß internationalen Standards. Der Vorschlag wird dem Kunden anschließend angezeigt und kann bei Bedarf angepasst oder überschrieben werden, bevor die Sendung finalisiert wird. Eine Registrierung bei DHL Express ist nicht erforderlich.
Diese Lösung markiert einen wichtigen Meilenstein beim Einsatz von KI in der Logistik: Erstmals wurde eine automatisierte Identifikation von Sendungsinhalten nahtlos in einen live verfügbaren Prozess integriert - und das in großem Maßstab. Eine solche Lösung kann auch in europäischen Zollbehörden zum Einsatz kommen und dadurch die Zollkontrolle auch von großen Paketmengen möglich machen.
In der internationalen Logistik mussten Versender ihre Sendungsinhalte bislang weitgehend eigenständig und ohne größere Unterstützung deklarieren. Trotz Fortschritten bei digitalen Zolltools blieb dieser Schritt überwiegend manuell und stark vom Wissen der Nutzer abhängig. Mit der neuen Lösung geht DHL Express einen Schritt weiter: Erstmals wird eine automatisierte Bilderkennung für die Artikelbeschreibung direkt im Buchungsprozess eingesetzt.
Die Funktion ist derzeit in acht Märkten verfügbar: Kanada (CA), Deutschland (DE), Hongkong (HK), Niederlande (NL), Singapur (SG), Südafrika (ZA), Spanien (ES), Vereinigte Arabische Emirate (UAE). Eine schrittweise weltweite Einführung ist im Laufe des Jahres 2026 geplant.
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