DHL dreht an der Preisschraube für Geschäftskunden
17.10.2025 Die Deutsche Post DHL Group passt zum 1. Januar 2026 die Preise für Geschäftskunden im Paketversand an. Von der Erhöhung betroffen sind sowohl der nationale als auch der internationale Versand über DHL Paket. Nicht betroffen sind hingegen der Express-Versand und der Paketversand durch Privatkunden.
Neben höheren Personalkosten nennt der Konzern auch die fortlaufende Modernisierung des Transport- und Sortiernetzes sowie den Ausbau der Zustellkapazitäten als Kostentreiber. Bis 2030 will DHL die Zahl seiner Pack- und Poststationen von derzeit über 16.500 auf 30.000 Standorte nahezu verdoppeln. Zudem investiert der Konzern in die Dekarbonisierung der Logistik, unter anderem durch den verstärkten Einsatz von Elektrofahrzeugen in der Zustellung.
DHL kündigte an, die Geschäftskunden individuell über die neuen Konditionen zu informieren. Angaben zur durchschnittlichen Höhe der Preisanpassungen machte das Unternehmen nicht.
Scharfe Kritik an den neuerlichen Plänen von DHL übt der ECommerce-Verband bevh . Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh, sagt: "DHL ist seit jeher ein wichtiger Dienstleister für deutsche Online- und Versandhändler. Die Partnerschaft leidet jedoch zunehmend unter mangelnder Verlässlichkeit: Vereinbarte Preise werden wiederholt im Jahr erhöht, Leistungen gekürzt oder durch Zuschläge wie Peak- und Peak-Peak-Zuschläge verteuert. Diese Kosten werden allen auferlegt, auch denen, die in den entsprechenden Zeiträumen keine höheren Aufliefermengen haben.
Dabei schreckt DHL auch nicht davor zurück, Effizienzgewinne als höheren Aufwand darzustellen: Die Haustürzustellung ist ein wichtiges Leistungsversprechen im E-Commerce, das von den Kunden geschätzt wird. Sie verursacht jedoch Kosten bei den Zustellern. Packstationen bündeln dagegen Lieferströme und sparen somit Geld. Daher ist es nicht nachvollziehbar, dass Investitionen in Packstationen nun als Argument für Preiserhöhungen bei Paketen herangezogen werden und obendrein Zuschläge für die Haustürzustellung in Aussicht gestellt werden."
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