Quartaslzahlen

DHL wächst kräftig, doch Gewinn im deutschen Paketgeschäft sinkt

von Susan Rönisch

05.11.2026 DHL steigert Umsatz und operatives Ergebnis zweistellig. Im deutschen Post- und Paketgeschäft drücken dagegen höhere Kosten und sinkende Briefmengen auf den Gewinn. Für das Jahresende sieht der Konzern erste Anzeichen einer robusten saisonalen Entwicklung.

 (Bild: Deutsche Post DHL)
Bild: Deutsche Post DHL
Die DHL Group   hat im dritten Quartal 2026 ihren Umsatz um 12,6 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro und das operative Ergebnis um 16,2 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gesteigert. Beim Bereich Post und Paket Deutschland sank das operative Ergebnis allerdings um 29,8 Prozent auf 153 Millionen Euro. Der Umsatz blieb mit 4,25 Milliarden Euro nahezu unverändert.

Das nationale und internationale Paketgeschäft stützte laut Konzern die Entwicklung in Deutschland. Die Paketmenge wurde jedoch unter anderem durch das Ende der Zollbefreiung für Kleinsendungen in der Europäischen Union   zum ersten Juli belastet. Gleichzeitig gingen die Briefmengen weiter zurück. Höhere Personal-, Energie- und Transportkosten drückten zusätzlich auf das Ergebnis.

Internationales Paketgeschäft wächst organisch

Der Bereich DHL eCommerce erzielte ein organisches Umsatzwachstum von rund sechs Prozent. Der ausgewiesene Umsatz sank dennoch um 6,4 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro, insbesondere weil Gesellschaften im Vereinigten Königreich und in Portugal nicht mehr in die Konzernrechnung einbezogen wurden. Das operative Ergebnis fiel um 70,8 Prozent auf 51 Millionen Euro. Der Vorjahreswert hatte allerdings positive Einmaleffekte von 123 Millionen Euro enthalten.

In der Kontraktlogistik stieg der Umsatz von DHL Supply Chain um zwölf Prozent auf 4,94 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 8,1 Prozent auf 301 Millionen Euro. Neue Verträge kamen insbesondere aus dem Handel, einschließlich der Lagerung und Bestellabwicklung für Onlineshops, sowie aus dem Technologiesektor. Der Bereich investiert weiter in Automatisierung, Digitalisierung und zusätzliche Kapazitäten.

Expressgeschäft treibt das Konzernwachstum

Wesentlicher Ergebnistreiber war DHL Express: Der Umsatz legte um 19,2 Prozent auf rund sieben Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis um 50 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro. Schwere, zeitkritische Industriesendungen verbesserten die Netzwerkauslastung. Temporäre Engpässe im internationalen Luftfrachtmarkt steuerten zudem rund 100 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Auch das Frachtgeschäft von DHL Global Forwarding wuchs deutlich.

Für das Gesamtjahr bestätigt der Konzern seine bereits am 16. Oktober zum zweiten Mal angehobene Prognose: Erwartet werden mehr als sieben Milliarden Euro operatives Ergebnis statt zuvor mehr als 6,5 Milliarden Euro. Für Post und Paket Deutschland bleibt die Erwartung von mehr als 900 Millionen Euro unverändert. Die geplanten Investitionen steigen auf rund 3,6 Milliarden Euro, nach zuvor drei bis 3,3 Milliarden Euro. Als Wachstumsfelder nennt DHL unter anderem den Onlinehandel, Gesundheitslogistik und Rechenzentren.
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