Geschäftspost könnte ab 2027 im Schnitt 20 Prozent teurer werden
27.10.2026 Die Bundesnetzagentur plant deutlich höhere Preisspielräume für Briefe und Privatkundenpakete der Deutschen Post. Konkrete Portopreise stehen noch nicht fest. Die neuen Entgelte sollen für die Jahre 2027 und 2028 gelten.
Die Prozentsätze beziehen sich auf den Durchschnitt der jeweiligen Produktgruppe. Einzelne Produkte können deshalb stärker oder schwächer verteuert werden. Welche Preise die Post etwa für Standardbriefe oder Postkarten beantragt, entscheidet das Unternehmen innerhalb des vorgegebenen Rahmens. Die konkreten Entgelte müssen anschließend von der Bundesnetzagentur genehmigt werden.
Sinkende Briefmengen treiben die Stückkosten
Als Hauptgrund für den vorgesehenen Preisspielraum nennt die Behörde den Rückgang der Briefmengen. Weil Unternehmen, Verwaltungen und VerbraucherInnen ihre Kommunikation zunehmend digital abwickeln, verteilen sich die Kosten auf weniger Sendungen. "Wesentlicher Grund für das steigende Porto sind die stark abnehmenden Briefmengen", sagt Klaus Müller , Präsident der Bundesnetzagentur.In die Berechnung fließen außerdem eine zusammengefasste gesamtwirtschaftliche Preissteigerungsrate von aktuell 4,04 Prozent für den zweijährigen Geltungszeitraum sowie die erwartete Produktivitätsentwicklung ein. Die von der Post geltend gemachten Mehrkosten im Wertschöpfungs- und Gemeinkostenbereich erkennt die Behörde nicht vollständig an. Sämtliche Personal-, Sozial- und Versorgungslasten aus der Rechtsnachfolge der Deutschen Bundespost wurden dagegen berücksichtigt.
Paketspielraum betrifft das Privatkundensegment
Der für Pakete vorgesehene Erhöhungsspielraum von 10,72 Prozent betrifft ausdrücklich Privatkundenpakete. Daraus ergibt sich keine pauschale Erhöhung sämtlicher Paketversandtarife für GeschäftskundInnen. Zum Vergleich nennt die Behörde die 2024 festgelegten Spielräume von 7,21 Prozent für Privatkundenpakete und jeweils 10,48 Prozent für Privatkundenbriefe und Geschäftspost.Zum Entwurf können Unternehmen, Wettbewerber, Verbraucherschutzorganisationen und andere Interessierte bis zum 30. Oktober 2026 Stellung nehmen. Die endgültige Entscheidung wird voraussichtlich im November veröffentlicht. Erst danach kann die Post die konkreten Produktpreise zur Genehmigung vorlegen. Diese sollen vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2028 gelten.
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