Bilanz

Otto: KI und Marktplatz treiben Umsatz auf 7,5 Mrd. Euro

von Dominik Grollmann

25.03.2026 Der Hamburger Onlinehändler legt erneut zu und setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz sowie internationale Partner. Gleichzeitig baut das Unternehmen Stellen ab, um Kosten zu senken.

 (Bild: Otto Group)
Bild: Otto Group
Otto    hat seinen Plattformumsatz im Geschäftsjahr 2025/26 um sechs Prozent auf rund 7,5 Milliarden Euro gesteigert und wächst damit stärker als der deutsche Onlinehandel insgesamt, teilt das Unternehmen mit. Auch nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS legte der Umsatz um sieben Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu. Wachstumstreiber sind neben dem Marktplatzgeschäft vor allem Investitionen in KI-gestützte Einkaufserlebnisse sowie der Ausbau des Sortiments.

Der Marktplatz mit rund 6.100 Partnern wuchs um neun Prozent, während das eigene Handelsgeschäft um drei Prozent zulegte. Insgesamt umfasst das Sortiment inzwischen 19 Millionen Artikel. Besonders gefragt waren die Kategorien Fashion und Sport sowie Home und Living.

Marktplatz und Retail Media gewinnen an Bedeutung

Deutlich überdurchschnittlich entwickelte sich das Retail-Media-Geschäft von Otto Advertising, das um 49 Prozent zulegte. Damit gewinnt die Monetarisierung der Plattform für Händler weiter an Relevanz.

Auch die Kundenzahl stieg: 12,6 Millionen aktive KäuferInnen entsprechen einem Plus von vier Prozent. Das Unternehmen führt dies unter anderem auf Verbesserungen in der Logistik zurück. So werde bereits jedes dritte Großgerät am nächsten Tag geliefert, künftig soll die Next-Day-Quote für Pakete auf 50 Prozent steigen.

Langfristig peilt Otto einen Plattformumsatz von 10 Milliarden Euro bis 2028 an. Dafür sollen alle drei Geschäftsbereiche - Handel, Marktplatz und Services - weiter skaliert werden.

KI soll Beratung und Personalisierung verbessern

Eine zentrale Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz. Otto setzt verstärkt auf personalisierte Einkaufserlebnisse und digitale Beratung. Im März startete das Unternehmen einen eigenen KI-Assistenten, der KundInnen im Dialog bei der Produktsuche unterstützt. "Wir stehen am Beginn einer neuen Ära im Handel", sagt Boris Ewenstein , Vorsitzender des Bereichsvorstands Otto (CEO). Der Assistent greift auf Produktdaten von rund 19 Millionen Artikeln zu und soll eine Beratung ähnlich wie im stationären Handel ermöglichen.

Parallel arbeitet Otto daran, Produktdaten so aufzubereiten, dass sie auch in externen Systemen besser auffindbar sind - ein Aspekt, der für Händler im Plattformumfeld zunehmend wichtiger wird.

Internationalisierung und Stellenabbau geplant

Für weiteres Wachstum öffnet Otto seinen Marktplatz stärker für internationale Händler. Noch im Frühjahr sollen Anbieter aus den Niederlanden starten, gefolgt von Partnern aus Polen, Österreich, Frankreich und Spanien. Dänische Händler sollen ab 2027 angebunden werden.

Gleichzeitig treibt das Unternehmen interne Sparmaßnahmen voran. Bis 2027/28 soll die Kostenbasis um 110 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro sinken. Dafür plant Otto den Abbau von 460 Vollzeitstellen. Der Stellenabbau soll über freiwillige Programme erfolgen.
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