Bilanz

Otto Group meldet deutlich mehr Gewinn

von Susan Rönisch

28.05.2026 Die Otto Group hat ihr operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 deutlich gesteigert und gleichzeitig den Umsatz auf vergleichbarer Basis stabil gehalten. Besonders die Entwicklung von Otto, Crate and Barrel und Eos soll die Konzernstrategie bis 2030 tragen. Für den Otto-Marktplatz ist zudem eine stärkere Internationalisierung angekündigt.

Otto Firmenzentrale in Hamburg (Bild: Otto Group)
Bild: Otto Group
Otto Firmenzentrale in Hamburg
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf 641 Millionen Euro nach 276 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz lag bei 13,8 Milliarden Euro. Die Otto Group    verweist darauf, dass der Vorjahresumsatz noch die inzwischen verkaufte About-You-Gruppe enthielt. Der Jahresüberschuss erhöhte sich auf 312 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei 34,3 Prozent.

Petra Scharner-Wolff , Vorstandsvorsitzende der Otto Group, betont, dass der Konzern trotz geopolitischer Unsicherheiten, Zollkonflikten und schwacher Konsumstimmung seine Ziele erreicht habe. " Unser klarer Fokus liegt auch weiterhin auf der Steuerung auf Profitabilität. Gleichzeitig investieren wir sehr zielgerichtet in Wachstum und Innovation."

Otto baut Marktplatz und Sortiment aus

Otto    steigerte seinen Plattformumsatz nach Unternehmensangaben um 6 Prozent auf rund 7,5 Milliarden Euro. Der Umsatz nach IFRS legte um 7 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu. Die Zahl der aktiven KundInnen stieg auf 12,6 Millionen.

Das Sortiment wurde auf mehr als 19 Millionen Artikel erweitert. Zudem kündigt Otto an, den Marktplatz für Händler aus den Niederlanden, Polen, Österreich, Frankreich und Spanien zu öffnen. Der Ausbau soll noch 2026 starten.

Auch die Crate and Barrel  -Gruppe legte laut Otto Group zu und plant zusätzliche stationäre Geschäfte in Nordamerika. Die Eos Gruppe   erhöhte ihr Investitionsvolumen auf mehr als eine Mrd. Euro und weitete ihr Geschäft mit Non-Performing-Loans in mehreren europäischen Märkten aus.

Ausblick: 350 Millionen Euro für KI und Technologie geplant

Die Otto Group kündigt zudem Investitionen von rund 350 Millionen Euro in Technologie und KI an. Gemeinsam mit Nvidia   und Reply   arbeitet der Konzern an automatisierten Lagerprozessen und einer intelligenten Steuerung von Roboterflotten.

Otto entwickelt zudem auf Basis von Google Gemini    einen KI-Assistenten für die Produktsuche in der App. KundInnen sollen per Sprache oder Texteingabe passende Artikel finden können. Zusätzlich setzt OTTO einen eigenen KI-Assistenten im Kundenservice ein.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Otto Group trotz aktuell herausfordernden Rahmenbedingungen stabile Umsätze und ein EBIT auf Vorjahresniveau: "Mittelfristig bleibt es unser Ziel, im Umsatz wieder relevant zu wachsen und unser operatives Ergebnis noch weiter zu verbessern. Im aktuellen, anhaltend herausfordernden Umfeld wollen wir die Performance noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Wir gestalten aktiv die Zukunft, indem wir unseren Weg ambitioniert weitergehen, um mit einer robusten Bilanz gezielt und chancenorientiert in Tech und KI zu investieren", sagt Petra Scharner-Wolff und betont weiter: "Unser Ziel für 2030 ist ein skalierbares, leistungsstarkes Portfolio aus starken, wettbewerbsfähigen und technologiegetriebenen Unternehmen, die unsere Kundinnen und Kunden begeistern und verantwortungsvoll handeln."
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