Temu & Co. sind weiterhin beliebt - allen Bedenken zum Trotz
11.03.2026 Mehr als ein Drittel der Deutschen hat bereits bei Temu bestellt, wenn auch mit einem schlechten Gefühl. Vor allem bei Beauty-Produkten, Lebensmitteln, Babyartikeln und rezeptfreien Medikamenten überwiegt die Skepsis.
In Zahlen: 38 Prozent der Befragten haben schon einmal bei Temu bestellt. Bei Shein sind es 21 Prozent, bei AliExpress 16 Prozent. Gleichzeitig attestieren viele KonsumentInnen den Plattformen Defizite bei Qualität, Produktsicherheit und Image. So haben 70 Prozent der Befragten bei Temu grundsätzlich ein schlechtes Gefühl beim Einkauf, bei Shein sind es 64 Prozent und bei AliExpress 55 Prozent.
Die größten Sicherheitsbedenken betreffen Beauty- und Körperpflegeprodukte. Hier äußern 89 Prozent der Befragten bei Temu und 88 Prozent bei AliExpress Zweifel, bei Shein sind es 87 Prozent. Noch stärker sind die Vorbehalte bei Lebensmitteln und rezeptfreien Medikamenten: 94 Prozent der Befragten äußern hier bei Temu Bedenken, bei AliExpress und Shein jeweils 93 Prozent. Auch bei Baby- und Kinderspielzeug beziehungsweise -kleidung sind die Vorbehalte groß. Hier äußern jeweils 88 Prozent der Befragten bei Temu und Shein sowie 87 Prozent bei AliExpress Sicherheitsbedenken. Etabliertere Anbieter wie Amazon sowie Otto genießen laut Studie deutlich mehr Vertrauen.
Trotz der bestehenden Vorbehalte ist das Vertrauen in Asia-Plattformen zuletzt leicht gestiegen. 16 Prozent der Befragten geben an, Temu heute stärker zu vertrauen als noch vor einigen Jahren. Bei Shein und AliExpress sagen dies jeweils 7 Prozent. Unter 20- bis 29-Jährigen liegt der Wert bei Shein sogar bei 14 Prozent.
Als wichtigste Gründe für das gestiegene Vertrauen nennen die Befragten positive eigene Erfahrungen mit den Plattformen (Temu: 14 Prozent, Shein und AliExpress: jeweils 6 Prozent). Ebenfalls relevant sind gute Erfahrungen im persönlichen Umfeld sowie ein professionellerer Auftritt der Anbieter.
"Die Beziehung zwischen KonsumentInnen und Plattformen geht weit über eine reine Kaufentscheidung hinaus. Aspekte wie Produktqualität können zugunsten anderer Kriterien in den Hintergrund treten", sagt Ralf Deckers , Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics beim ECC Köln.
Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

