Xmas

Weihnachtsgeschäft: Höhere Budgets, vertagte Kaufentscheidungen

von Susan Rönisch

07.10.2026 VerbraucherInnen in Deutschland planen für das Black-Friday-Wochenende höhere Ausgaben, obwohl viele unter wirtschaftlichem Druck stehen. Eine Umfrage zeigt zugleich: KI soll bei der Produktauswahl helfen, während Warenkörbe häufig als Merkliste für spätere Käufe dienen.

Symbolbild. (Bild: Pixabay/ Vika_Glitter)
Bild: Pixabay/ Vika_Glitter
Symbolbild.
VerbraucherInnen in Deutschland wollen am Black-Friday/Cyber-Monday-Wochenende durchschnittlich 198 Euro ausgeben, 15 Euro mehr als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt der Holiday Retail Report 2026 von Shopify  . Gleichzeitig geben 48 Prozent an, dass jüngste wirtschaftliche Entwicklungen ihre Einkaufsplanung rund um Weihnachten negativ beeinflussen.

Auf Unternehmensseite erwarten 71 Prozent der Befragten höhere Umsätze im Weihnachtsgeschäft. Als Herausforderungen nennen sie steigende Betriebskosten mit 33 Prozent sowie stärkeren Wettbewerb und eine durch Lebenshaltungskosten geschwächte Nachfrage mit jeweils 30 Prozent. Die Angaben beschreiben Erwartungen; tatsächliche Umsätze lassen sich daraus noch nicht ableiten.

Qualität und Haltbarkeit zählen neben dem Preis

Für 75 Prozent der VerbraucherInnen vermittelt die eigene Produktrecherche mehr Kontrolle über Kaufentscheidungen. Einen guten Gegenwert verbinden jeweils 44 Prozent mit höherer Qualität beziehungsweise längerer Lebensdauer. Preisnachlässe sind damit nur eines der Kriterien, nach denen Angebote bewertet werden.

Zugleich halten es 73 Prozent für wahrscheinlich, bei mindestens einer Aufgabe rund um den Weihnachtseinkauf künstliche Intelligenz einzusetzen. 49 Prozent würden sich ein passendes Produkt empfehlen lassen, 36 Prozent können sich einen von KI zusammengestellten Warenkorb vorstellen. Den Kaufabschluss würden dagegen nur 28 Prozent der KI anvertrauen. Die Bereitschaft zur Unterstützung bei der Auswahl ist somit deutlich größer als zur Übertragung des eigentlichen Kaufs.

Warenkorbabbrüche bedeuten nicht immer verlorenes Interesse

24 Prozent legen Produkte in den Warenkorb und warten auf einen Preisrückgang. Als Anlass, einen zunächst offenen Kauf später abzuschließen, nennen 33 Prozent einen sinkenden Preis oder eine Verkaufsaktion. Für 24 Prozent sind Rabattcodes, Gutscheine oder Sonderangebote ausschlaggebend; 23 Prozent kaufen nach zusätzlicher Bedenkzeit.

Ein Teil der nicht abgeschlossenen Warenkörbe bildet demnach aufgeschobene Entscheidungen ab. "KI kann Orientierung geben, aber sie nimmt Unternehmen nicht die Aufgabe ab, ein überzeugendes Angebot zu machen und ihr Handelsversprechen einzulösen.", erklärt Fabian Müßig  , Head of Solutions Engineering EMEA bei Shopify.

Die Deutschland-Ergebnisse basieren auf Antworten von 2.000 VerbraucherInnen sowie 1.000 UnternehmerInnen und EntscheiderInnen. Sapio Research   befragte im Juli 2026 weltweit 18.000 volljährige VerbraucherInnen in neun Ländern. Die separate Unternehmensbefragung mit insgesamt 7.500 TeilnehmerInnen fand im August statt.
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